Studie zu Master-Data-Management: Stammdaten sind die verborgenen Schätze der Unternehmen

Studie zu Master-Data-Management

 

Gut gepflegte Stammdaten – sogenannte Master Data – beispielsweise zu Kunden, Produkten oder Mitarbeitern sind entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Das haben die meisten Firmen auch erkannt und investieren entsprechend in ihr Master-Data-Management (MDM). Dennoch tauchen in den Geschäftsprozessen immer wieder Fehler oder Inkonsistenzen auf. Wie ist der Stand des MDM in den Unternehmen und wo liegen typische Schwachstellen? Das untersuchen die Consulting-Kollegen von PwC in ihrer Studie «Verborgene Schätze», für die sie 49 Unternehmen aus acht Branchen und zwölf Ländern befragt haben.

Es sind vor allem «weiche» Faktoren, die darüber entscheiden, wie gut das MDM in den Unternehmen ist: die Unterstützung durch die Führung, genug Zeit, ein angemessenes Budget und eine zielgerichtete Governance. Master-Data-Management ist nicht in erster Linie ein «hartes» technologisches Thema. Das ist ein zentrales Ergebnis der PwC-Studie. Nur 27 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, dass entsprechende IT auf dem neuesten Stand der kritische Erfolgsfaktor sei. Gerade das Management spielt dagegen eine entscheidende Rolle, das bestätigten 69 Prozent der Interviewten.

Eine nachhaltige MDM-Initiative muss beim Top-Management angesiedelt sein. Ohne die Unterstützung durch das Management besteht die Gefahr, dass MDM-Initiativen vernachlässigt werden, etwa Mitarbeiter abgezogen werden oder das Budget gekürzt wird. Master-Data-Management ist aber ein langfristiges Thema.
 

Eine zentrale Einheit im Unternehmen für bessere Datenqualität

Ebenso wichtig wie das Management ist eine zentrale Governance, beispielsweise umgesetzt durch eine unternehmensweite Organisationseinheit zur Steuerung der Prozesse im Master-Data-Management. Zentralisierte Organisationen mit zentralen Plattformen erreichten – im Vergleich zu dezentralen Data-Governance-Organisationen – eine deutlich höhere Datenqualität.

Wissen und Erfahrung können hier zentral gebündelt und weiterentwickelt werden. Beispielsweise schätzten die zentral aufgestellten Unternehmen die Qualität ihrer Kundendaten auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) mit 1,8 ein, während die dezentral aufgestellten Firmen 3,9 angaben. Ähnliches gilt für die Finanzdaten: 1,3 versus 2,4.
 

Schwachpunkte: Aktualität und Vollständigkeit

Die Unternehmen erkennen laut Studie selbst, dass es in ihrem MDM zum Teil noch deutliche Schwächen gibt. Als größtes Problem gaben sie mit 83 Prozent die mangelnde Aktualität der Daten an. Der Grund: die große Datenmenge, die beständig weiter anwächst. 78 Prozent sehen, dass die Daten nicht vollständig vorliegen. Weitere Problemfelder: Korrektheit (58 Prozent), Konsistenz (56 Prozent) und Gültigkeit (36 Prozent). Die Konzerne bestätigen, dass weitere Investitionen in ihr Master-Data-Management notwendig sind.
 

Zentrales Motiv: Mehr Effizienz in den Geschäftsprozessen

Der zentrale Treiber dabei sind Effizienzsteigerungen in den Geschäftsprozessen. Die Unternehmen sehen bereits den Zusammenhang zwischen den Kerngeschäftsprozessen und ihren Stammdaten. Allerdings werden die Gewinne, die sich aus einem guten MDM ergeben, in der Regel noch nicht systematisch erfasst. Auch kontinuierliche Verbesserungsprozesse setzen momentan nur knapp die Hälfte der befragten Unternehmer ein.

Weitere wichtige Motive für Investitionen in das Master-Data-Management sind ein gestiegenes Risikobewusstsein und wachsende Compliance-Anforderungen. Die Konzerne wollen hier investieren, etwa indem sie weitere Stammdatendomänen hinzuziehen oder die Erfolge stärker messen.