7 gute Fragen zur Revision

Was macht eine Revision zu einer guten Revision?


Revision ist nicht gleich Revision. Eine gute Revision zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Jahresabschluss verständlicher macht, Transparenz und Klarheit schafft und damit die Qualität der Finanzinformationen erhöht. Durchgeführt von kompetenten und erfahrenen Prüferinnen und Prüfern, bringt sie dem Unternehmen einen klaren Mehrwert.

 


Peter Ochsner, wann ist die Revision mehr wert?
Interview mit Peter Ochsner, Leiter Wirtschaftsprüfung PwC Schweiz, zum Thema Mehrwert in der Revision.


 

Eine gute Revision beruht auf einer vertrauensvollen, kooperativen Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der Revisionsstelle: ein offener, kontinuierlicher Dialog und der frühzeitige Austausch mit dem Prüfer bei nicht alltäglichen Vorfällen. Soll ein Unternehmen vom Mehrwert der Revision profitieren, lohnt es sich, die richtigen Fragen zu stellen.




Ist die Revision Pflicht oder Kür?


Sowohl als auch. Die Revision hat grundsätzlich die Aufgabe, die Jahresrechnung daraufhin zu überprüfen, ob sie dem Gesetz, den gewählten Rechnungslegungsgrundsätzen und den Statuten des Unternehmens entspricht. Doch eine gute Revision bietet mehr als diesen Konformitätsnachweis: Sie erhöht die Qualität des Jahresabschlusses und bildet damit die Grundlage für das Vertrauen des Kapitalmarkts und weiterer Anspruchsgruppen in das geprüfte Unternehmen.


Laut Studie "Mehrwert der Revision" (PDF File 600 KB) leistet die Revision noch mehr: Im Management Letter weist die Revisionsstelle regelmässig auf geschäftliche und steuerliche Risiken sowie Kontrollschwächen hin. Dadurch liefert die Revision als Mehrwert entscheidende Impulse, die dazu beitragen, Risiken zu erkennen und zu optimieren sowie Geschäftsabläufe sicherer und effizienter zu machen.

Welche Kennzahl misst verpasste Chancen?


Natürlich keine. Aber eine gute Revision räumt Unsicherheiten und Schwierigkeiten bei der Interpretation von Rechnungslegungsnormen sowie bei Fragen der Bewertung und Offenlegung aus dem Weg. Dadurch gibt sie dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung die Gewissheit, dass sie sich auf die Richtigkeit der Abschlüsse verlassen und ihren gesetzlich vorgeschriebenen Rollen nachkommen können. Eine gute Revision ermöglicht ihnen dadurch, sich voll auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und Wachstumschancen wahrzunehmen.


Einen klaren Mehrwert bietet die Revision, weil sie nicht nur den Konformitätsnachweis erbringt, sondern auch auf Geschäfts- und Steuerrisiken hinweist. Die Möglichkeit, solche Risiken zu identifizieren und zu bewältigen, wirkt sich in jedem Fall positiv auf das Ergebnis aus.

Sind gut geprüfte Unternehmen erfolgreicher?


Auf jeden Fall. Eine gute Revision erhöht nicht nur die Qualität des Jahresabschlusses. Sie macht Unternehmensführung und Verwaltungsrat auch auf geschäftliche und steuerliche Risiken und Schwachstellen bei der internen Kontrolle aufmerksam. Laut Studie "Mehrwert der Revision" (PDF File 600 KB) finden sich in 80 Prozent der Management Letter, in denen der Revisor die Geschäftsleitung über Erkenntnisse aus der Prüfung informiert, Aussagen zu Kontrollschwächen.


Mit diesen Hinweisen leistet die Revision einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung und Sicherheit der Geschäftsabläufe. Die optimierten Strukturen und Prozesse wirken sich positiv auf die Effizienz aus und tragen dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.

Wie unternehmerisch muss ein Revisor denken?


Sehr. Ein guter Revisor muss nicht nur über Branche und Umfeld des geprüften Unternehmens Bescheid wissen, er muss sich auch in die Lage der Unternehmensleitung versetzen können. Ein vertieftes Verständnis von Businessmodell, Geschäftsstrategie und Unternehmenspolitik ist die Voraussetzung für eine Revision, die mehr als die Prüfung der finanziellen Daten oder den Konformitätsnachweis bietet. Der Revisor gewinnt durch seine Tätigkeit einen tiefen Einblick in das Unternehmen und ist so in der Lage, Chancen und Risiken, zum Beispiel in Bezug auf das Optimierungspotenzial von Geschäftsabläufen, zu erkennen. Dies macht den Revisor – auch wenn er strategische Entscheidungen nicht beeinflussen kann – zu einem inspirierenden Gesprächspartner für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung.


Entscheidend ist der frühzeitige Beizug des Wirtschaftsprüfers bei nicht alltäglichen Geschäftsereignissen. Wenn komplexe geschäftliche Vorfälle im Laufe des Geschäftsjahres diskutiert werden, lässt sich nicht nur der Aufwand der Revision für beide Seiten senken. Ein solches Vorgehen wirkt sich immer auch positiv auf die Qualität des Jahresabschlusses aus.

Was steht im Jahresbericht zwischen den Zahlen?


Am besten nichts. Verständlichkeit, Transparenz und Verlässlichkeit sind bei allen Anspruchsgruppen ein Muss und im Jahresabschluss das A und O, insbesondere im Anhang. Dies ist für die Investoren von hoher Bedeutung. Die Revision führt beispielsweise zu Korrekturen in der Jahresrechnung aufgrund von Fehlinterpretationen der Rechnungslegungsgrundsätze, unangemessenen Bewertungen, Buchungsfehlern oder unklaren Offenlegungen.


Ob im Unternehmen oder im Jahresabschluss: Eine klare und verständliche Kommunikation steht für eine zeitgemässe Corporate Governance. Laut Studie "Mehrwert der Revision" (PDF File  600 KB) verlangt der Revisor praktisch bei jedem Jahresabschluss, Verständlichkeit und Transparenz zu verbessern. Das stärkt das Vertrauen der Anspruchsgruppen in das Unternehmen und seine Position auf dem Kapitalmarkt und in der Öffentlichkeit.

Wie erobert man Analystenherzen?


Mit Vertrauen. Oder anders gesagt: mit Finanzzahlen, auf welche sich alle Anspruchsgruppen verlassen können. Wie die Studie "Mehrwert der Revision" (PDF File 600 KB) ans Licht gebracht hat, müssen mehr als die Hälfte der Unternehmen aufgrund der Revision Korrekturen in der Bilanz und der Erfolgsrechnung vornehmen. Ein Grund für die hohe Fehlerquote liegt bei der Schwierigkeit, die komplexen und häufig ändernden Rechnungslegungsstandards richtig zu interpretieren.


Eine Revision mit Gütesiegel ist für ein Unternehmen mehr als Compliance. Sie ist das Resultat einer langfristigen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen beruht und die Vertrauen schafft. Als vertrauensbildender Faktor stärkt sie die Reputation eines Unternehmens bei Investoren und an den Finanzmärkten. Eine gute Revision ist somit vor allem auch eine Investition in die Zukunft eines Unternehmens.

Darf man mit dem Revisor über alles reden?


Klar. Unternehmen, die den Revisor erst kurz vor oder sogar erst nach dem Abschluss des Geschäftsjahres kontaktieren, tun sich keinen Gefallen. Wie die Erfahrung zeigt, zahlt sich bei aussergewöhnlichen Geschäftsereignissen ein frühzeitiger Austausch mit dem Revisor aus. Eine offene, proaktive und laufende Kommunikation bei komplexen Vorfällen oder Fragen der Rechnungslegung reduziert nicht nur den Aufwand für Unternehmen und Wirtschaftsprüfer, sie ist auch für Qualität und Mehrwert der Revision entscheidend.


Ein regelmässiger Dialog mit dem Revisor lohnt sich aber auch aus einem anderen Grund: Als Aussenstehender mit hoher Branchenerfahrung und -expertise sieht er ein Unternehmen mit ganz anderen Augen. Deshalb können Gespräche mit ihm für Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sehr inspirierend sein und wertvolle Impulse liefern.

Kontakt

Peter Ochsner

Leiter Wirtschaftsprüfung Schweiz

Tel: +41 58 792 24 00


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