Revision ist nicht gleich Revision. Eine gute Revision zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Jahresabschluss verständlicher macht, Transparenz und Klarheit schafft und damit die Qualität der Finanzinformationen erhöht. Durchgeführt von kompetenten und erfahrenen Prüferinnen und Prüfern, bringt sie dem Unternehmen einen klaren Mehrwert.
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Peter Ochsner, wann ist die Revision mehr wert? | ||
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Eine gute Revision beruht auf einer vertrauensvollen, kooperativen Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der Revisionsstelle: ein offener, kontinuierlicher Dialog und der frühzeitige Austausch mit dem Prüfer bei nicht alltäglichen Vorfällen. Soll ein Unternehmen vom Mehrwert der Revision profitieren, lohnt es sich, die richtigen Fragen zu stellen.
Ist die Revision Pflicht oder Kür?
Sowohl als auch. Die Revision hat grundsätzlich die Aufgabe, die Jahresrechnung daraufhin zu überprüfen, ob sie dem Gesetz, den gewählten Rechnungslegungsgrundsätzen und den Statuten des Unternehmens entspricht. Doch eine gute Revision bietet mehr als diesen Konformitätsnachweis: Sie erhöht die Qualität des Jahresabschlusses und bildet damit die Grundlage für das Vertrauen des Kapitalmarkts und weiterer Anspruchsgruppen in das geprüfte Unternehmen.
Welche Kennzahl misst verpasste Chancen?
Natürlich keine. Aber eine gute Revision räumt Unsicherheiten und Schwierigkeiten bei der Interpretation von Rechnungslegungsnormen sowie bei Fragen der Bewertung und Offenlegung aus dem Weg. Dadurch gibt sie dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung die Gewissheit, dass sie sich auf die Richtigkeit der Abschlüsse verlassen und ihren gesetzlich vorgeschriebenen Rollen nachkommen können. Eine gute Revision ermöglicht ihnen dadurch, sich voll auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und Wachstumschancen wahrzunehmen.
Sind gut geprüfte Unternehmen erfolgreicher?
Auf jeden Fall. Eine gute Revision erhöht nicht nur die Qualität des Jahresabschlusses. Sie macht Unternehmensführung und Verwaltungsrat auch auf geschäftliche und steuerliche Risiken und Schwachstellen bei der internen Kontrolle aufmerksam. Laut Studie "Mehrwert der Revision" (PDF File 600 KB) finden sich in 80 Prozent der Management Letter, in denen der Revisor die Geschäftsleitung über Erkenntnisse aus der Prüfung informiert, Aussagen zu Kontrollschwächen.
Wie unternehmerisch muss ein Revisor denken?
Sehr. Ein guter Revisor muss nicht nur über Branche und Umfeld des geprüften Unternehmens Bescheid wissen, er muss sich auch in die Lage der Unternehmensleitung versetzen können. Ein vertieftes Verständnis von Businessmodell, Geschäftsstrategie und Unternehmenspolitik ist die Voraussetzung für eine Revision, die mehr als die Prüfung der finanziellen Daten oder den Konformitätsnachweis bietet. Der Revisor gewinnt durch seine Tätigkeit einen tiefen Einblick in das Unternehmen und ist so in der Lage, Chancen und Risiken, zum Beispiel in Bezug auf das Optimierungspotenzial von Geschäftsabläufen, zu erkennen. Dies macht den Revisor – auch wenn er strategische Entscheidungen nicht beeinflussen kann – zu einem inspirierenden Gesprächspartner für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung.
Was steht im Jahresbericht zwischen den Zahlen?
Am besten nichts. Verständlichkeit, Transparenz und Verlässlichkeit sind bei allen Anspruchsgruppen ein Muss und im Jahresabschluss das A und O, insbesondere im Anhang. Dies ist für die Investoren von hoher Bedeutung. Die Revision führt beispielsweise zu Korrekturen in der Jahresrechnung aufgrund von Fehlinterpretationen der Rechnungslegungsgrundsätze, unangemessenen Bewertungen, Buchungsfehlern oder unklaren Offenlegungen.
Wie erobert man Analystenherzen?
Mit Vertrauen. Oder anders gesagt: mit Finanzzahlen, auf welche sich alle Anspruchsgruppen verlassen können. Wie die Studie "Mehrwert der Revision" (PDF File 600 KB) ans Licht gebracht hat, müssen mehr als die Hälfte der Unternehmen aufgrund der Revision Korrekturen in der Bilanz und der Erfolgsrechnung vornehmen. Ein Grund für die hohe Fehlerquote liegt bei der Schwierigkeit, die komplexen und häufig ändernden Rechnungslegungsstandards richtig zu interpretieren.
Darf man mit dem Revisor über alles reden?
Klar. Unternehmen, die den Revisor erst kurz vor oder sogar erst nach dem Abschluss des Geschäftsjahres kontaktieren, tun sich keinen Gefallen. Wie die Erfahrung zeigt, zahlt sich bei aussergewöhnlichen Geschäftsereignissen ein frühzeitiger Austausch mit dem Revisor aus. Eine offene, proaktive und laufende Kommunikation bei komplexen Vorfällen oder Fragen der Rechnungslegung reduziert nicht nur den Aufwand für Unternehmen und Wirtschaftsprüfer, sie ist auch für Qualität und Mehrwert der Revision entscheidend.
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