COVID-19: So behalten Sie beim Erwerbsersatz den Überblick

Brigitte Zulauf Leader Treuhand/Corporate Support Services Switzerland, PwC Switzerland 24 Nov 2020

Dieser Blog gibt eine Übersicht über die «Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus» sowie das «Kreisschreiben über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus – Corona-Erwerbsersatz». 
Übersicht über COVID-19-Erwerbsersatz

Seit Frühling 2020 will der Bundesrat eine schnelle Ausbreitung von COVID-19 verhindern. Dazu hat er diverse Massnahmen ergriffen – strenge Schutzkonzepte, Veranstaltungsverbote, Betriebsschliessungen, Einschränkungen der Fremdbetreuung und andere. Diese verlangen den Unternehmen und Selbstständigerwerbenden unterschiedlichster Branchen finanziell einiges ab. Um sie zu unterstützen, hat der Gesetzgeber Soforthilfemassnahmen, unter anderem den pandemiebedingten Erwerbsersatz, definiert.

Die folgende Übersicht (mit Stand Februar 2021) zeigt Voraussetzungen, Details und Anspruchskriterien der verschiedenen Massnahmen.

Anspruchs-voraussetzung

Details

Anspruchsberechtigte

Dauer des Anspruchs

Ausfall der Fremdbetreuung der Kinder

Kinder bis zum vollendeten 12. Altersjahr, Minderjährige mit Anspruch auf Intensivpflegezuschlag der IV und Jugendliche, die eine Sonderschule besuchen, bis zum 20. Altersjahr

1) Geschlossene Schule/Kindertagesstätten/ Kindergärten

2) Einzelperson in Quarantäne

3) Besonders gefährdete Einzelperson

Arbeitnehmende, Selbstständigerwerbende und obligatorisch in der AHV versicherte Personen mit nachweisbarem Erwerbsausfall

1) 17. März 2020 bis 10. Mai 2020: Wenn behördliche Massnahmen aufgehoben worden sind oder der Taggeldanspruch erschöpft ist oder sechs Monate nach Inkrafttreten der Weisung

Ab 11. Mai 2020 bis 30. Juni 2021: nur sofern der Schulbesuch weiterhin nur eingeschränkt möglich ist

2) 17. März 2020 bis 30. Juni 2021

3) 17. März 2020 bis 5. Juni 2020

Ärztlich oder behördlich angeordnete Quarantäne

1) Kontakt mit positiv getesteter Person

2) Rückkehr aus Risikoland/-gebiet

3) Eltern von Kindern, die in Quarantäne sind

Arbeitnehmende, Selbstständigerwerbende und obligatorisch in der AHV versicherte Personen

1) Ab 17. März 2020 bis 30. Juni 2021

2) Ab 17. März 2020 bis 5. Juli 2020

3) Ab 17. September 2020 bis 30. Juni 2021

Besonders gefährdete Personen

Besonders gefährdete Personen, die ihre Tätigkeit nicht oder nur teilweise im Home-Office verrichten können

Arbeitnehmende und selbstständig Erwerbende mit den Erkrankungen, die im Anhang 7 der Covid-19-Verordnung 3 aufgeführt werden

Ab 18. Januar 2021 bis zur Wiederaufnahme der Tätigkeit, spätestens aber bis 28. Februar 2021

Veranstaltungsverbot

Erwerbsausfall aufgrund abgesagter Veranstaltungen; gilt auch für Dienstleistungen, die für oder an den Veranstaltungen erbracht worden wären

1) Arbeitnehmende, Selbstständigerwerbende und obligatorisch in der AHV versicherte Personen mit nachweisbarem Erwerbsausfall,

2) Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, sowie deren mitarbeitende Ehegatten/eingetragene Partner

1) Ab 17. März 2020 bis 30. Juni 2021

2) Ab 17. September 2020 bis 30. Juni 2021

Betriebsschliessungen

Erwerbsausfall aufgrund Einschränkung oder Einstellung der Arbeit

1) Selbstständigerwerbende,

2) Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, sowie deren mitarbeitende Ehegatten/eingetragene Partner

1) Ab 17. März 2020 bis 5. Juni 2020, sofern die Betriebe wieder öffnen konnten

2) Ab 17. September 2020 bis 30. Juni 2021

Härtefälle/erhebliche Einschränkungen der Erwerbstätigkeit

Keine Betriebsschliessung, jedoch direkt oder indirekt von Massnahmen betroffen

1) Selbstständigerwerbende,

2) Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, sowie deren mitarbeitende Ehegatten/eingetragene Partner

1) Ab 17. März 2020 bis 30. Juni 2021

2) Ab 17. September 2020 bis 30. Juni 2021

In dieser Übersicht nicht aufgeführt sind Massnahmen, die aufgrund der zwischenzeitlichen Lockerungen eingestellt und in einer neueren Version rückwirkend wieder aufgenommen wurden. Zudem haben wir aufgrund der häufigen Änderungen darauf verzichtet, die detaillierten Anspruchsvoraussetzungen (z. B. Einkommenshöhe bei selbstständig Erwerbenden) sowie den Anmeldeprozess darzulegen. Diese entnehmen Sie der jeweils gültigen Version. Das Kreisschreiben über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus - Corona-Erwerbsersatz (KS CE) Gültig ab 17. September 2020 | Stand: 29. Januar 2021 | 318.713 d  zeigt inzwischen die 12. aktualisierte Version. Es richtet sich an die Ausgleichskassen. Gleichwohl kann es auch der Orientierung für Anspruchsberechtigte dienen. 

Höhe und Dauer der Entschädigung

Die Entschädigung wird von der zuständigen Ausgleichskasse an die Berechtigten in Form von Taggeldern ausgerichtet. Diese betragen 80% des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das bis vor Beginn des Anspruchs erzielt wurde, höchstens jedoch 196 Franken pro Tag. Davon werden die AHV/IV/EO-Beiträge und allenfalls ALV-Beiträge abgezogen. Der Beginn und das Ende des Anspruchs können je nach Grund abweichen. Zum Beispiel werden für Personen in Quarantäne höchstens sieben Taggelder ausgerichtet. Personen, die aufgrund der Massnahmen einen Erwerbsausfall erleiden, haben bis längstens am 30. Juni 2021 Anspruch. Die Zahlungen erfolgen nachschüssig und monatlich. Das Auszahlungsverfahren über die Ausgleichskassen dürfte wegen des Abstimmungsbedarfs vor allem für Arbeitgebende aufwendig werden. 

Das Thema Erwerbsersatz ist aufgrund der aktuellen Situation äusserst schnelllebig. Deshalb empfehlen wir Ihnen als Arbeitgebende, die jeweils gültige Version des Kreisschreibens oder der Verordnung zu konsultieren. So bleiben Sie über die Detailbestimmungen auf dem Laufenden.

 

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Brigitte Zulauf

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