FINMA veröffentlicht teilrevidiertes Rundschreiben "Video- und Online-Identifizierung"

Dr. Günther Dobrauz Partner & Leader PwC Legal Switzerland, PwC Switzerland 18 Jul 2018

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Vom 13. Februar 2018 bis 28. März 2018 führte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA eine öffentliche Anhörung zum Entwurf des teilrevidierten FINMA Rundschreibens 2016/7 „Video- und Online-Identifizierung“ durch. Am 17. Juli 2017 hat die FINMA nun das teilrevidierte Rundschreiben publiziert. Ziel der Teilrevision ist es, das Rundschreiben an die technologischen Neuerungen und an die Erfahrungen zur Anwendung des Rundschreibens seit seiner Inkraftsetzung im März 2016 anzupassen.

 

Das revidierte FINMA Rundschreiben enthält die folgenden wesentlichen Änderungen:

A. Zur Video-Identifizierung

  • Die Identität der Vertragspartei ist nicht mehr mittels einer TAN (Transaktionsnummer) oder einer ähnlichen Methode zu verifizieren. 
  • Der Identifizierungsvorgang per Video muss bei Hinweisen auf erhöhte Risiken nicht mehr abgebrochen werden. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass die Geschäftsbeziehung erst aufgenommen wird, wenn die erforderliche Zustimmung eines Vorgesetzten oder der Geschäftsführung vorliegt. 

B. Zur Online-Identifizierung

  • Der Finanzintermediär kann technische Hilfsmittel einsetzen, um schwierige Lichtverhältnisse bei der Identifizierung zu kompensieren. 
  • Der Online-Identifizierungsvorgang darf bei Hinweisen auf erhöhte Risiken mit Zustimmung eines Vorgesetzten oder der Geschäftsführung fortgesetzt werden. 
  • Neu dürfen für die Identifizierung nur amtliche Ausweisdokumente, die über eine MRZ (Machine Readable Zone) und optische Sicherheitsmerkmale (z.B. holografisch-kinematische Merkmale oder Druckelemente mit Kippeffekt) verfügen, verwendet werden.
  • Die Echtheit des Identifizierungsdokumentes muss neu anhand von mindestens zwei zufällig ausgewählten Sicherheitsmerkmalen überprüfen werden. Zudem muss der Finanzintermediär sicherstellen, dass ein Lichtbild von allen relevanten Seiten des Identifizierungsdokumentes erstellt worden ist.    
  • Bei der Geldüberweisung ist anstelle eines Kontos bei einer Bank in der Schweiz oder Liechtenstein neu auch ein solches bei einer Bank in einem Mitgliedstaat der Financial Action Task Force (FATF) ausreichend, sofern der betroffene Staat im Rahmen der Länderprüfung nicht mit «non-compliant» und/oder «low» bewertet wurde. 
  •  Die Wohnsitzadresse des Vertragspartners kann neu auch mit einer Steuer- oder anderweitigen behördlichen Rechnung überprüft werden. 

C. Zur Prüfung über die Einhaltung des FINMA Rundschreibens

  • Die Bestimmung betreffend die Prüfung der Einhaltung des FINMA Rundschreibens durch anerkannte aufsichtsrechtliche Prüfgesellschaften wird aufgehoben.

Die nächsten Schritte

Die Änderungen des neuen FINMA Rundschreibens treten per sofort in Kraft. Den betroffenen Finanzintermediären wird eine Übergangsfrist bis am 1. Januar 2020 für die Prozessanpassungen gewährt. 

Die FINMA wird die technologischen Entwicklungen bezüglich der Video- und Online-Identifizierung weiterverfolgen und behält sich vor, das Rundschreiben bei Bedarf erneut anzupassen.


Ihre Kontakte

Dr. Günther Dobrauz

Partner & Leader PwC Legal Switzerland, Zurich, PwC Switzerland

+41 58 792 14 97

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Dr. Jean-Claude Spillmann

Senior Manager, PwC Legal Switzerland, Zürich, PwC Switzerland

+41 58 792 43 94

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Tina Balzli

Head Banking, Director, PwC Legal Switzerland, Zürich, PwC Switzerland

+41 58 792 1554

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Mark A. Schrackmann

Assistant Manager, PwC Legal Switzerland, Zürich, PwC Switzerland

+41 58 792 2560

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