Erfolg durch Synergien aus Interner Revision und Digitaler Strategie

Melissa Ambühl Internal Audit Services & Risk Consulting, PwC Switzerland 28 Mai 2019

Sind Unternehmen bereit, sich dem digitalen Megatrend zu stellen? Wie gehen Organisationen mit der Bewertung digitaler Risiken um? Welchen Einfluss hat die Interne Revision auf die digitale Strategie eines Unternehmens? Der folgende Artikel bietet Einblicke in mögliche Antworten auf diese Fragen.
 
Berücksichtigung zukünftiger Trends

«Der Erfolg der nächsten Generation beginnt mit der Weitsicht der aktuellen.»

Dieses Zitat von Alex Astolfi, Mitglied der Geschäftsleitung von PwC Schweiz, verdeutlicht, wie wichtig es für Unternehmen ist, zukünftige Trends bei der strategischen Geschäftsausrichtung zu berücksichtigen, um ihre langfristige Existenz zu sichern. Einer der grössten und einflussreichsten Megatrends unserer Zeit ist die Digitalisierung. Die Digitalisierung und die damit einhergehende Entstehung neuer Technologien hat nicht nur heute eine grosse Bedeutung, sondern wird auch in Zukunft an Relevanz gewinnen. Aus diesem Grund erstaunt es nicht, dass der digitale Wandel Unternehmen grosse Chancen bietet, welche nicht nur die Umsatzsteigerung betreffen, sondern ebenso zu verbesserter Kollaboration, Entwicklung neuer Produkte, verbesserter Entscheidungsfindung durch Datenanalyse, erweitertem Risikomanagement oder zur Beschleunigung von Arbeitsschritten führen kann. 

Um einen Überblick über den Stand des digitalen Wandels in Unternehmen zu erhalten wurde die «PwC 2019 State of the Internal Audit Study» lanciert. In dieser Studie wurden Führungskräfte nach der Existenz einer digitalen Strategie in ihrem Unternehmen gefragt. Hinsichtlich der wachsenden Bedeutung der Digitalisierung überraschen die Resultate: 25% der befragten Personen geben an, keine digitale Strategie in ihrem Unternehmen definiert zu haben (siehe nachfolgende Auswertung). 

Anteil der befragten Unternehmen mit einer digitalen Roadmap (Europa)

Quelle: PwC 2019 Global Risk, Internal Audit and Compliance Survey

Im besten Fall hat ein Unternehmen eine digitale Strategie festgelegt und setzt diese erfolgreich um. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass mit grossem Erfolg grosse Risiken einhergehen. Risiken bezüglich der digitalen Ausrichtung eines Unternehmens betreffen verschiedene organisationale Ebenen. Aus unserer Studie geht hervor, dass die drei Hauptrisiken die Bereiche Data Governance und Datenschutz, Technologien und das Finanzmanagement betreffen. Weiter bietet die Studie Einblicke in die Ausreifung des Risikomanagements der digitalen Strategie von Unternehmen: 50% der Führungskräfte stufen das Risikomanagement ihrer Digitalisierungsstrategie als «teilweise effektiv» und je 15% der Befragten als «weder effektiv noch ineffektiv» oder als «nicht sehr effektiv» ein (siehe nachfolgende Auswertung).

Die Digitalisierung ist ein junger Trend und dazu fähig, kontinuierlichen Wandel in einem Unternehmen hervorzurufen. Wenig überraschend ist daher, dass bei vielen Firmen das Risikomanagement der digitalen Strategie noch wenig fortgeschritten ist. In diesem Bereich besteht für Organisationen eindeutig Optimierungspotential. Diesbezüglich sollte die Interne Revision beim Verständnis der Risiken, welche durch die Digitalisierung und das Aufkommen neuer Technologien in einem Unternehmen entstehen, eine Schlüsselfunktion erfüllen, sodass effektive Kontrollen eingeführt werden können. 

Wirksamkeit des Risikomanagements von Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung (DACH)

Quelle: PwC 2019 Global Risk, Internal Audit and Compliance Survey

Zwei der wahrscheinlich am stärksten vom der Digitalisierung betroffenen Bereiche sind die Informationstechnologie und das Personalwesen.

Beispiele für durch die Digitalisierung entstehende Technologien sind die Robotertechnik, Cloud-Technologien, das Internet of Things, die erweiterte und virtuelle Realität, die Blockchain Technologie, künstliche Intelligenz, 3-D-Druck, Drohnen oder die intelligente Automatisierung von Geschäftsprozessen. Die Liste ist lang und bei weitem nicht abgeschlossen. Um vertiefte Einblicke in die Revision von neuen Technologien zu erhalten hat PwC im Rahmen der Studie Führungskräfte nach dem aktuellen Stand der Funktion der Internen Revision von neue Technologien gefragt (siehe nachfolgende Auswertung). Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass firmeninterne Prüfungsaktivitäten bei neuen Technologien in den Bereichen Robotertechnik, Cloud-Technologien und Drohnen am Weitesten fortgeschritten sind. Ebenso wird aus den Studienergebnissen ersichtlich, dass insbesondere Cloud-Technologien heute eine grosse Rolle spielen. Im Vergleich dazu sind die firmeninternen Revisionskenntnisse bei der erweiterten und virtuellen Reality eher klein und Revisionen werden weniger häufig durchgeführt. Dies ist realistisch, da diese Technologien weniger verbreitet sind als beispielsweise Cloud-Technologien oder Drohnen. Zusammenfassend kann man sagen, dass viele Unternehmen noch nicht bereit sind, die mit der Digitalisierung entstehenden Technologien einer vollständigen und regelmässigen Internen Revision zu unterziehen. Daher müssen Unternehmen noch einige Hürden überwinden.

Reifegrad der Revisionsmassnahmen für neue Technologien in den befragten Unternehmen (DACH)

Quelle: PwC 2019 Global Risk, Internal Audit and Compliance Survey

Um neue Technologien angemessen nutzen zu können benötigen Unternehmen Mitarbeiter mit den entsprechenden Fähigkeiten und dem nötigen Know-How. In unserer Studie wurden Führungskräfte gebeten, die Zeitspanne auszuwählen, während der sie die aufgeführten Aktivitäten planen, um die Einführung und Umsetzung einer digitalen Strategie voranzutreiben (siehe nachfolgende Auswertung). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich Führungskräfte zurzeit intensiv mit den für eine verstärkte digitale Ausrichtung ihres Unternehmens benötigten Ressourcen beschäftigen: Insgesamt 87% der Studienteilnehmer geben an, sich jetzt oder innerhalb der nächsten zwei Jahren auf die für die Digitalisierung benötigten Kompetenzen zu konzentrieren. Weiter geben 58% der Befragten an, jetzt oder während der nächsten zwei Jahre ein Talent-Management-Programm für die Suche nach neuen Mitarbeitern einzuführen oder aber sich intern auf die digitale Weiterbildung der Mitarbeiter zu konzentrieren. Die verbliebenen Aktivitäten (siehe nachfolgende Auswertung) im Zusammenhang mit dem Aufbau einer digitalen Strategie stehen an dritter Stelle mit rund 50% Zustimmung der befragten Personen.

Die Resultate machen Sinn, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass viele Firmen erst am Anfang ihrer digitalen Transformation stehen. Bevor Unternehmen weitere Massnahmen und Schritte bezüglich der Umsetzung der Digitalisierung vornehmen, müssen sie sich darüber im Klaren sei, welches Know-How und welche technischen Fähigkeiten sie überhaupt benötigen. Danach können in einem zweiten Schritt die entsprechenden Ressourcen für die Umsetzung geplant werden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass das Talent Management und die Fähigkeiten der Mitarbeiter im Einklang mit der digitalen Strategie des Unternehmens stehen.

Umsetzungsfortschritt von Digitalisierungsmassnahmen angestossen durch die Leiter der Geschäftseinheiten in den befragten Unternehmen (DACH)

Quelle: PwC 2019 Global Risk, Internal Audit and Compliance Survey

Die Kombination aus digitaler Strategie und interner Revision zahlt sich aus

Dieser Artikel gewährt Einblicke in die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Digitalisierungsstrategie von Unternehmen. Die Resultate von «PwC 2019 State of the Internal Audit Study» weisen darauf hin, dass Unternehmen trotz des heutigen digitalen Zeitaltes erst am Beginn ihrer digitalen Transformation stehen. Führungskräfte sollten sich bewusst sein, dass die Digitalisierung für Organisationen grosse Chancen, aber auch grosse Risiken birgt. In einer sich schnell wandelnden Umwelt ist es für Unternehmen besonders wichtig, mit der Digitalisierung Schritt zu halten, eine digitale Strategie aufzubauen und dabei effektives Risikomanagement zu betreiben. Diesbezüglich kann die Interne Revision eine entscheidende Funktion wahrnehmen, wobei es primär darum geht, den Mitgliedern des Verwaltungsrats und des Managements eine unabhängige Sichtweise auf das Risikomanagement bereitzustellen und Empfehlungen abzugeben, wie Unternehmen und Organisationen in schnelllebigen Märkten am besten mit aufkommenden neuen Technologien umgehen können. 

 

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Melissa Ambühl

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