Neue Tipps zum Lohnausweis

Dominic Müller Payroll & Employment Solutions, PwC Switzerland 01 Okt 2018

Einmal mehr hat die Arbeitsgruppe Lohnausweis der Schweizerischen Steuerkonferenz Ende August 2018 klammheimlich den Fragen- und Antwortenkatalog zum Ausfüllen des Lohnausweises ergänzt. Neu beantwortet sie nicht nur diverse Fragen zur berufsorientierten Aus- und Weiterbildung, sondern beseitigt auch andere Unklarheiten, die HR- und Lohnverantwortliche beschäftigen. Wir fassen die Neuerungen hier für Sie zusammen. 

Darum geht es

Der Lohnausweis stellt eine wichtige Urkunde im Geschäftsverkehr dar. Sie als Arbeitgeber erstellen jedes Jahr eine Vielzahl davon. Ihre Mitarbeiter und die Steuerbehörden vertrauen darauf, dass die Lohnausweise korrekt sind. Dazu steht Ihnen einerseits die jeweils aktuellste «Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung» zur Verfügung. Andererseits gibt die Arbeitsgruppe Lohnausweis der Schweizerischen Steuerkonferenz das Dokument «Fragen und Antworten zum Lohnausweis (LA)» heraus. Letzteres will keine umfassende Theorie abbilden, sondern punktuell und praxisbezogen auf häufig gestellte Fragen eingehen, die sonst nirgends verständlich erklärt werden.

Deklaration von Aus- und Weiterbildungskosten

Bei der Deklaration von Aus- und Weiterbildungskosten setzt die Steuerkonferenz gleich fünf neue Schwerpunkte. Hier sind Informationen aus dem Kreisschreiben 42 «Steuerliche Behandlung der berufsorientierten Aus- und Weiterbildungskosten» eingeflossen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Begleichung von Rechnungen im Zusammenhang mit Aus- und Weiterbildung. Dazu werden verschiedene Szenarien aufgezeigt. Denn je nachdem, ob die Rechnung vom Arbeitgeber oder Mitarbeiter getragen wird, unterscheidet sich die Deklarationspflicht. Genauso ändert sich die Darstellung auf dem Lohnausweis, wenn der Beitrag des Arbeitgebers vor oder eben nach Abschluss der Weiterbildung fliesst. Die Beurteilung ist zudem unterschiedlich, je nachdem, ob die Zahlung des Arbeitgebers an den Mitarbeiter oder an dessen ehemaligen Arbeitgeber geleistet wird. Zu erwähnen ist weiter, dass ein Mitarbeiterdarlehen im Zusammenhang mit Aus- und Weiterbildung grundsätzlich nicht bescheinigungspflichtig ist. Allerdings soll der Mitarbeiter den Darlehensvertrag seiner Steuererklärung beilegen.

Dauerthema FABI

FABI ist in der aktualisierten Ausgabe von «Fragen und Antworten zum Lohnausweis (LA)» nach wie vor ein Thema. Der Katalog erläutert die Auswirkungen der Zurverfügungstellung eines vergünstigt oder gratis abgegebenen Generalabonnements auf die Begrenzung des Fahrkostenabzugs. Thematisiert wird die Berechnung des Aussendienstanteils ebenso wie das korrekte Vorgehen bei eingeschränkter Privatnutzungsmöglichkeit von Grenzgängern mit Geschäftsauto im Zusammenhang mit der Doppelverzollung. Diesen Fragen begegnen wir in der Praxis regelmässig.

Leistungen von Dritten

Arbeitgeber sind bei der Bescheinigung von Mitarbeitervorteilen, die sie nicht selber produzieren, immer wieder unsicher. Bemerkenswert ist die folgende neue Regelung: Waren, die den Mitarbeitern kostenlos abgegeben werden und die der Arbeitgeber mit einem stattlichen Rabatt beziehen kann, sind zum vom Arbeitgeber bezahlten Preis zuzüglich eines Zuschlags von 10% zu deklarieren (analog der Praxis in der MWST).

Weitere Präzisierungen

Zusätzliche Klarstellungen betreffen die Deklaration von Lohnnachgenuss, Mitarbeiterbeteiligungen bei Ausscheidung eines Teils der Steuerbasis ins Ausland, kantonsspezifischen Lohnabzügen oder die Bescheinigung von nachzuzahlenden beziehungsweise zurückzuerstattenden Quellensteuerbeträgen. Zur Ziffer 9 des Lohnausweises hält der Antwortenkatalog fest, dass Sie als Arbeitgeber hier nur Versicherungsbeiträge an die AHV/IV/EO/ALV/NBUV aufführen dürfen. Sind in einzelnen Kantonen weitere Beiträge vorgesehen (etwa in Schaffhausen der Sozialfonds), können Sie diese unter Ziffer 15 auflisten.

Kurz und gut

Das Dokument «Fragen und Antworten zum Lohnausweis (LA)» bietet durchaus einen Mehrwert, vor allem für Lohnbuchhalter und Personalverantwortliche, die die genaue lohnbuchhalterische Abbildung der Aus- und Weiterbildungsgeldflüsse noch nicht im Einzelnen kennen. Auch Detailfragen zur Bescheinigung von Leistungen werden beantwortet. Der Katalog gilt als praxistaugliches Hilfsmittel und wird von den Arbeitgebern gemeinhin geschätzt. Gut möglich, dass auch Sie die eine oder andere Lohnart anpassen müssen.