Privatwirtschaft bemängelt die nationale Bürokratie mehr als diejenige der EU – European Private Business Survey

07 Jun 2018


Medienmitteilung

Fachkräftemangel kostet europäische Privatunternehmen jährlich 324 Milliarden Euro 

Privatunternehmen in ganz Europa sehen nationale Regelungen und Bürokratie als grössere Bedrohung für ihr Unternehmen als diejenigen der Europäischen Union (EU). In einer PwC-Studie mit 2450 Unternehmen aus 31 europäischen Ländern gaben 39 % an, die nationale Bürokratie sei ein Grund zur Sorge, während nur 29 % die EU-Bürokratie als problematisch erachteten. 

In Italien, wo euroskeptische Anti-Establishment-Parteien kürzlich Wahlerfolge erzielt haben, stuften gar 49 % die nationale Bürokratie als problematisch ein, verglichen mit nur 20 % für die EU-Bürokratie. 

Mark Smith, EMEA Clients & Markets Leader bei PwC, sagt dazu:

«Die erstaunlichste Erkenntnis unserer Studie ist, dass private Unternehmen gar nicht den Eindruck haben, die regulatorischen und bürokratischen Eingriffe der EU würden ihre Unternehmensinitiativen unterdrücken und sie in die Bürokratiefalle locken. Ganz im Gegenteil, sie finden sogar, dass nationale Regelungen und Bürokratie eine viel grössere Einschränkung für ihre Unternehmensentwicklung darstellen, als jene der EU selbst. 

Wir sehen dies als Weckruf für zahlreiche nationale Regierungen. Sie müssen viel mehr tun, um das Vertrauen der Privatunternehmen in ihre Rechtsordnungen zu gewinnen. Dabei müssen sie vor allem die Bürokratie und die Kosten zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen in Angriff nehmen.» 

Die Privatunternehmen Europas erachten den Fachkräftemangel als grösste Herausforderung, die sie daran hindert, die richtigen Talente für ihr Unternehmenswachstum anzustellen. Die PwCStudie legt den Fokus auf ein breiteres und immer wieder relevantes Problem, das die Privatunternehmen in ganz Europa betrifft. Nach Schätzung von PwC verursacht der Fachkräftemangel in regionalen Privatunternehmen jedes Jahr Einnahmeausfälle in der Höhe von rund 324 Milliarden Euro. Dies entspricht in etwa so viel, wie die jährlichen BIP von Portugal, Ungarn und Kroatien zusammen.

Mark Smith, EMEA Clients & Markets Leader bei PwC, erklärt:

«Der Fachkräftemangel in Europa ist ein strukturelles Problem und der Arbeitsmarkt wird ausgerechnet in Zeiten enger, in denen Privatunternehmen mehr investieren und besser qualifiziertes Fachpersonal rekrutieren wollen, um ihre Unternehmen voranzutreiben. Die 2 von 2 Verfügbarkeit von gut ausgebildetem Fachpersonal hängt von Faktoren wie Freizügigkeit der Arbeitnehmenden und Bildungssystemen ab, die Absolventinnen und Absolventen mit den richtigen Qualifikationen ausstatten. Der Dialog zwischen Bildungsbehörden, Arbeitgebern und Arbeitnehmenden ist unerlässlich, damit die Ansprüche der privaten und anderen Unternehmen mit den gesellschaftlichen Erwartungen und Qualifikationen der Absolventinnen und Absolventen in Übereinstimmung gebracht werden können.

Die Angelegenheit wird immer dringender, da die Nachfrage nach Fachkräften laufend steigt und Privatunternehmen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit immer mehr in digitale Technologien investieren, die spezifische Fachkenntnisse erfordern.»

Nichtsdestotrotz sind Privatunternehmen derzeit optimistischer, als sie es in der letzten Zeit waren. Vor allem sind sie davon überzeugt, dass ihre Unternehmen im nationalen Markt durch die Kundenfokussierung und die Einbindung von digitalen Technologien Wachstum erzielen werden. Mittelgrosse Unternehmen (Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 50 Millionen Euro bis 100 Millionen Euro) sind unter allen befragten Unternehmen am optimistischsten eingestellt. 

Allerdings haben nur 31 % der befragten Privatunternehmen in Europa die Digitalisierung als deren Priorität angegeben. Dies deutet darauf hin, dass viele Privatunternehmen das Potenzial der digitalen Zukunft nach wie vor unterschätzen und nicht erkennen, welche Möglichkeiten und disruptiven Kräfte diese mit sich bringen kann.

Lesen Sie die vollständigen Ergebnisse unter www.pwc.com/private-business-survey.

Methodologie

Im zweiten Quartal 2018 hat PwC 2447 private Unternehmen und Investoren in 31 europäischen Ländern (EU28 plus Schweiz, Norwegen und Türkei) befragt. Basierend auf den Resultaten wurden die Umsatzverluste aufgrund des Fachkräftemangels berechnet. PwC-Experten aus den Bereichen Regulierung, Digitalisierung und Strategie haben die Befunde analysiert und evaluiert.

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