Vom Dialog inspiriert

Trust in Transformation

Corine Blesi steht dem Swiss Economic Forum (SEF) vor, der führenden Schweizer Wirtschaftsplattform. Im Gespräch mit PwC erläutert sie, warum der Wirtschaftsstandort Schweiz Pioniergeist braucht, warum sie 2021 erstmals den SEF.WomenAward verleiht, was unternehmerische Verantwortung auszeichnet und wie sich das Selbstverständnis junger Menschen über die letzten Jahrzehnte verändert hat.

«New Horizons» – so das Leitthema des Swiss Economic Forums 2021. Klingt nach Aufbruch. Warum?

Stimmt, wir haben uns bewusst für ein positives Leitmotiv entschieden. Denn wir wollen die Pandemie hinter uns lassen und optimistisch in die Zukunft blicken. COVID-19 hat viel mit uns gemacht. 2021 steht hoffentlich für das Ende der Pandemie und gleichzeitig für den Beginn eines neuen Jahrzehnts. «New Horizons» widerspiegelt zudem die Rolle des SEF. Wir verstehen uns als Plattform, Neues zu denken, auszuprobieren und zu inszenieren. 

Wie würden Sie diese Rolle konkret beschreiben?

Traditionsgemäss sind wir ein Forum des Dialogs. Wir orientieren und inspirieren, hinterfragen und diskutieren aktuelle Herausforderungen der Schweizer Wirtschaft. 2020 waren persönliche Begegnungen massiv eingeschränkt. Schliesslich mussten wir unsere beliebte Jahreskonferenz in Interlaken in den Herbst nach Montreux verschieben. Gleichzeitig haben wir neue Formate wie virtuelle Camp Fires im kleinen Kreis, SEF.Interaktiv oder hybride Formate ausprobiert.

Das SEF sieht sich als Katalysator für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Mit Entscheidungsträgern aus unterschiedlichen Bereichen diskutieren wir wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Trends. In einer Ära der Kontaktlosigkeit ist der Austausch verschiedener Disziplinen und Akteure gefragter und damit wichtiger denn je. Mit dem SEF wollen wir diesen Austausch aufrechterhalten und Brücken zwischen Menschen, Ideen und Erfahrungen schlagen.

Für innovative Ideen vergeben Sie den Swiss Economic Award, den bedeutendsten Jungunternehmerpreis der Schweiz. Was steckt dahinter?

Jungunternehmerinnen und -unternehmer sind Menschen, die etwas bewegen wollen, viel Herzblut in eine Idee investieren und meistens eine grosse Vision haben. Sie wollen etwas auf die Beine stellen, die Welt verändern. Visionäre Jungunternehmende lassen sich auch von der Pandemie nicht einschüchtern. Mit dem Swiss Economic Award wollen wir diesen Drang zur Verbesserung der Welt und zur Problemlösung fördern und honorieren. Denn der Wirtschaftsstandort Schweiz lebt vom Pioniergeist der KMU. Nicht umsonst gehört Innovationskraft zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren unseres Landes. Wir dürfen nicht vergessen, dass die KMU mit 95 Prozent der Unternehmen das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft darstellen. Mit unseren Awards geben wir den innovativen Unternehmenden eine Plattform und unterstützen sie dabei, ihr Netzwerk auszubauen.

Das ist noch nicht alles. Wir haben ein NextGen Camp entwickelt, mit dem wir junge Menschen vom Pioniergeist begeistern wollen. Und schliesslich unterstützen wir mit SEF.Growth Jungunternehmen und KMUs in Finanzierungs- und anderen Businessfragen. So geben wir die wertvollen Erfahrungen unseres Netzwerks an die jungen Wilden weiter. 

2021 verleiht das SEF zum ersten Mal den SEF.WomenAward. Warum ein weiterer Preis?

Mit dem SEF.WomenAward verfolgen wir zwei Anliegen: Erstens wollen wir Frauen mit einem herausragenden unternehmerischen Leistungsausweis sichtbarer machen. Wir verleihen den Preis in den Kategorien «Jungunternehmerin des Jahres» und «Unternehmerin/CEO des Jahres». Zudem honorieren wir mit dem Ehrenpreis eine aussergewöhnliche Persönlichkeit, die sich ihr Leben lang für einen starken Wirtschaftsstandort und für Frauenthemen eingesetzt hat.

Zweitens wollen wir unsere kraftvolle Plattform noch stärker den Schweizer Jungunternehmerinnen öffnen und unser Netzwerk sowohl weiblicher als auch digitaler gestalten. Die zahlreichen Bewerbungen auf den SEF.WomenAward stimmen uns zuversichtlich, dass uns das gelingt. Manchmal sind es die kleinen Dinge wie so ein Preis, die etwas ins Rollen bringen. Auch das sehen wir als Teil unserer Verantwortung.

Apropos Verantwortung. Was verstehen Sie unter verantwortungsvollem Unternehmertum?

Verantwortung ist ein grosses Wort. Diese spürt man oft erst, wenn man selbst Unternehmerin wird. Dann trägt man plötzlich Verantwortung für Mitarbeitende und ihre Familien, für sein Umfeld, für sich selber. Verantwortungsvolles Unternehmertum heisst für mich, immer präsent und parat zu sein für Kunden, Partner, Mitarbeitende. Und sich «kümmern» wollen. Das hört nie auf.

So gehören zur unternehmerischen Verantwortung immer auch Leidenschaft, Herzblut, Mut und Weitsicht. Man muss Antworten auf Fragen wie «Was hinterlasse ich der nächsten Generation?», «Bin ich ein guter Arbeitgeber?» oder «Welche positiven Auswirkungen hat mein unternehmerisches Wirken auf die Gesellschaft und die Umwelt?» geben. Diesbezüglich können wir viel von den erfahrenen Unternehmen in unserem Land lernen. 

Wie hat sich dieses Verantwortungsbewusstsein über die Jahre verändert?

Jüngere Generationen haben ein gewandeltes Verständnis der Arbeitswelt. Sie sprechen oft nicht mehr von Work-Life-Balance, sondern von Life-Balance. Arbeit und Leben greifen durch New und Remote Work nahtlos ineinander. Der Job muss heute viel mehr vereinbar sein mit persönlichen Zielen und Werten. Darum identifizieren sich viele Junge stärker mit Unternehmen, die einen klaren, mit ihrer persönlichen Haltung übereinstimmenden Purpose verfolgen. Diesen Begriff gab es vor 20 Jahren noch nicht. Mit einem verantwortungsvollen Unternehmertum ist heute ein sinnhafter Purpose verbunden, der über rein ökonomische Ziele hinausgeht. Purpose statt Profit umschreibt das wohl am besten, obwohl ich finde, dass das eine das andere nicht ausschliesst.

Corine Blesi, herzlichen Dank für das Gespräch.

Trust in Transformation

Der Mensch bleibt im Mittelpunkt. Ganz gleich, wohin sich der Fortschritt bewegt.

Trust in Transformation. Vertrauen Sie auf einen Partner, der Corporate Responsibility immer wieder ein Stück weiter denkt. 

Mehr erfahren

Über das Swiss Economic Forum (SEF)

Das SEF wurde 1998 ins Leben gerufen. Es fördert mit seinen Plattformen und Initiativen unternehmerisches Gedankengut, die nationale Vernetzung und den Erfahrungsaustausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit dem Swiss Economic Award und dem SEF.WomenAward setzt sich das SEF aktiv für Jungunternehmen und Businessfrauen ein. Im Rahmen des 20-jährigen SEF-Jubiläums wurde das NextGen Camp ins Leben gerufen. Damit wollen wir die Generation Z unterstützen, in naher Zukunft aktiv an der Transformation der Wirtschaft mitzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Über Corine Blesi

Corine Blesi ist seit 2019 Vorsitzende der Geschäftsleitung im SEF sowie Geschäftsführerin von NZZ Connect. Von 2016 bis 2019 arbeitete sie als selbstständige Unternehmerin und gründete die Dialogplattform Zurich Economic Impulse. Von 2008 bis 2015 war sie bei der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung tätig. Zuvor arbeitete sie im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement für zwei Bundesräte. Sie startete ihre berufliche Karriere 2001 beim World Economic Forum (WEF) in Davos als Managerin für Nordamerika. Corine Blesi hat Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften an der Universität St. Gallen studiert.

#social#

Weitere Transformation Stories lesen

Registrieren Sie sich, um Benachrichtigungen über neue Stories zu erhalten.

Stories abonnieren

{{filterContent.facetedTitle}}

Kontaktieren Sie uns

Andreas Staubli

Andreas Staubli

CEO, PwC Switzerland

Tel.: +41 58 792 44 72

Folge uns