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Herausforderungen in der Lieferkette beeinträchtigen das Working Capital Management

PwC-Studie 2022: Auf eine leichte Erholung bei der Kapitalbindung folgen neue Herausforderungen

Ein solides Working Capital Management ist entscheidend

Die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, welche weitreichenden Risiken von volatilen Lieferketten ausgehen. Der Fluss von Rohstoffen und Endprodukten kam ins Stocken. Die Produktion war zeitweise gestört, Lagerhallen füllten sich und der Umsatz brach ein. Auch wenn sich der Fokus vieler Unternehmen aktuell von der schieren Stabilisierung auf eine Erholung und Wachstum in der neuen Normalität verschiebt, bleibt das Cash-Management eine zentrale Herausforderung. Der diesjährige PwC Working Capital Report analysiert die Situation für Unternehmen in den DACH- und Benelux-Staaten und gibt einen Ausblick auf aktuelle Trends mit Einfluss auf das Working Capital.

“Die COVID-19 Pandemie, die daraus resultierenden Probleme in internationalen Lieferketten sowie die aktuellen geopolitischen Spannungen haben gezeigt, wie wichtig ein gutes Working Capital Management für Unternehmen ist. Der Fokus muss verstärkt auch auf Liquidität gelegt werden und nicht nur auf Rentabilität, denn die Lage bleibt angespannt – auch aufgrund steigender Inflation und Zinssätze.”

Reto Brunner, Partner, Advisory bei PwC Schweiz

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Reto Brunner

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Partner, Advisory bei PwC Schweiz
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Die Studie im Überblick

Spürbare Lockdown-Folgen beeinträchtigen das Nettoumlaufvermögen

Die Lockdowns während der Pandemie haben in den DACH- und Benelux-Staaten Spuren hinterlassen. Unternehmen benötigten mehr Kapital zur Abwicklung ihres Geschäfts, um kurzfristig den Herausforderungen der Pandemie zu begegnen. Im Jahr 2020 sank das Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital, kurz NWC) im Vergleich zum Vorjahr zwar um 6 %. Der Umsatz ging jedoch um 9 % zurück und als prozentualer Anteil am Umsatz kletterte das Nettoumlaufvermögen auf 12,1 % – den höchsten Wert seit 2016.

Beeinträchtigte Lieferketten sorgen für Engpässe und volle Lager

Die Lagerbestandsreichweite (Days Inventory Outstanding, kurz DIO), sprich: die Anzahl der Tage, nach denen die Bestände aufgebraucht sind, stieg 2020 um 3 Tage und erreichte damit ein Fünfjahreshoch. Besonders betroffen war das 2. Quartal 2020, als sich die Pandemie massiv auf die Lieferkette auswirkte. Die Lager füllten sich und die DIO-Werte verzeichneten einen rasanten Anstieg um 13 Tage. Auch die Kapitalbindungsdauer stieg in dieser Zeit sprunghaft auf einen Wert von 60 Tagen. In den folgenden Quartalen sanken die Werte wieder. Im 2. Quartal 2021 erreichten die DIO-Werte mit 66 Tagen und die Kapitalbindungsdauer mit 50 Tagen wieder das Niveau, das vor der Pandemie herrschte.

Schlechtere Zahlungsmoral: Anstieg der DSO- und DPO-Werte

Die Anzahl der Tage zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang (Days Sales Outstanding, kurz DSO) nahmen 2020 um 2 % zu. Die Anzahl der Tage zwischen Rechnungseingang und Zahlungsbegleichung – Days Payables Outstanding (DPO) – kletterte auf 58 und verzeichnete damit einen Zuwachs um acht Tage im Vergleich zu 2019. Auch hier ist die Ausnahmesituation im 2. Quartal 2020 klar erkennbar. Die DSO- und DPO-Werte stiegen zu dieser Zeit um mehr als 10 %. Im 1. Quartal 2021 erreichten DSO und DPO wieder ähnliche Werte wie vor der Pandemie.

Einbußen beim Nettoumlaufvermögen in allen Sektoren

Plötzliche Schwankungen in Hinblick auf Angebot und Nachfrage sorgten während der Pandemie für längere Lieferfristen und -intervalle – auch bei regionalen Lieferketten. Sicherheitsbestände und Lagerhaltungsstrategien mussten angepasst werden. Die Herausforderungen fielen dabei je nach Branche und Standort sehr unterschiedlich aus – ebenso wie die Performance des Working Capitals und die Resilienz der betroffenen Lieferketten. In Hinblick auf die NWC-Tage verzeichnete zum Beispiel der Sektor Raumfahrt, Verteidigung & Sicherheit einen Wert von 196 Tagen. Im Gegensatz dazu lagen die Werte in den Bereichen Maschinenbau & Baugewerbe sowie im Einzelhandel bei 12 respektive 7 Tagen.

Data Analytics und Process Mining bieten Potenzial für größere Transparenz

Die Auswirkungen der Pandemie führten zu massiven Schwankungen bei der Nachfrage und rückte damit das Working Capital Management stärker in den Fokus der meisten CFOs. Viele Unternehmen haben zunächst auf einfache „Cash Wins“ gesetzt – vor allem im Rahmen der Order-to-Cash-, Procure-to-Pay- und Forecast-to-Fulfill-Prozesse. Damit können jedoch in der Regel nur bis zu 40 % des Cash-Potenzials identifiziert werden. Mit Hilfe von Datenanalysen und Process Mining lassen sich weitere Möglichkeiten entdecken, indem eine künstliche Intelligenz die ERP-Transaktionsdaten auswertet, Zusammenhänge erkennt und Handlungsempfehlungen ableitet. Auf diese Weise wird jeder Bestellvorgang, jede Rechnung und jede Lieferung automatisiert überprüft. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine Anpassung der Prozesse und die Zusammenführung der Daten.

ESG-Kriterien gewinnen an Bedeutung für das Working Capital Management

In einer zunehmend vernetzten Welt tragen Unternehmen nicht nur die Verantwortung über nachhaltiges Handeln in ihren eigenen Betriebsstätten. Auch die Praktiken entlang der Lieferkette rücken zunehmend in den Fokus, wenn es um Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (Environment, Social & Governance – kurz ESG) geht. Das Working Capital Management muss entsprechend auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise Kontrollen der Lieferanten und ein Verständnis über ihre Nachhaltigkeits-Performance sowie Initiativen zur Förderung nachhaltiger Lieferketten gemäß konkreter Ziele wie der Reduktion von Treibhausgasen.

Wichtige Aspekte, um sicherzustellen, dass das Betriebskapital in diesen unsicheren Zeiten seinen Anforderungen gerecht wird

„Die COVID-19 Pandemie, die daraus resultierenden Probleme in internationalen Lieferketten sowie die aktuellen geopolitischen Spannungen haben gezeigt, wie wichtig ein gutes Working Capital Management für Unternehmen ist. Der Fokus muss verstärkt auch auf Liquidität gelegt werden und nicht nur auf Rentabilität, denn die Lage bleibt angespannt – auch aufgrund steigender Inflation und Zinssätze.“

Reto Brunner,Partner, Advisory bei PwC Schweiz

Die Methodik

Diese Studie gibt einen Überblick über die 2386 wichtigsten deutschen, österreichischen, schweizerischen, niederländischen, belgischen und luxemburgischen Unternehmen nach PwC-Analyse und Branchenzuordnung. Alle Berechnungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Daten. Die Einteilung der Teilsektoren basiert auf der CapitalIQ Primary Industry-Klassifizierung (Daten für 100 % der Stichprobe verfügbar). Royal Dutch Shell und Anheuser-Busch InBev sind aufgrund der Unternehmensgröße von der Datenbasis ausgeschlossen.

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Reto Brunner

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Claude Fuhrer

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Director, Business Restructuring Services, PwC Switzerland

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