Schweizer Ausgabe der 29th Annual Global CEO Survey

Schweizer Wirtschaftsaussichten eingebrochen – KI bedroht besonders junge Beschäftigte – Zölle geringe Belastung

  • Press Release
  • 19/01/26

  • Nur noch ein Viertel (26 %) der Schweizer CEOs ist zuversichtlich, dass ihr Umsatz 2026 steigt – die Dreijahresprognose (32 %) sinkt sogar noch stärker im Vergleich zum Vorjahr.
  • Die Hälfte rechnet zwar mit weltweitem Wachstum (51 %), doch für die Schweiz bricht die Zuversicht ein – nur noch 37 % erwarten, dass die hiesige Wirtschaft in diesem Jahr zulegt.
  • Cyberrisiken sind die grösste Bedrohung, neu auf der Sorgenliste stehen Zölle (12 %) und der rasant gestiegene Druck durch die technologische Disruption (17 %) – mehr als die Hälfte (54 %) steht unter starkem Transformationsdruck.

Zürich/Davos – Die aktuelle Schweizer Ausgabe der PwC «29th Global CEO Survey» zeigt: Nur noch 37 % der Schweizer CEOs erwarten für 2026 ein Wachstum des Schweizer BIP – das sind nur noch halb so viele wie im Vorjahr (68 %). Damit hat sich der Wachstumsausblick dramatisch getrübt. Die Gründe sind vielschichtig: steigende geopolitische Unsicherheiten, makroökonomische Volatilität und regulatorische Hürden auf regionaler Ebene.

Auch in Bezug auf das Wachstum der eigenen Unternehmen sind die Befragten weniger optimistisch: Nur noch rund ein Viertel (26 %) erwarten für die nächsten zwölf Monate einen Umsatzanstieg – ein Tiefststand seit 2020. Etwas optimistischer sind sie für die nächsten drei Jahre (32 %), doch auch hier liegen sie deutlich unter dem globalen Durchschnitt (49 %).

Während knapp ein Drittel (31 %) der befragten CEOs von sinkenden Gewinnmargen infolge der US-Zollpolitik ausgehen, stellen Zölle für die grosse Mehrheit der befragten Schweizer Unternehmen eine überraschend geringe Belastung dar. 59 % erwarten keine Einbussen bei ihren Gewinnmargen aufgrund von Zöllen. Gleichzeitig geben rund zwei Drittel der Befragten (65 %) an, dass geopolitische Risiken, einschliesslich Zölle, kaum Einfluss auf ihre Investitionsentscheidungen im kommenden Jahr haben werden.

«Die Schweiz zeigt sich im Umgang mit Zöllen widerstandsfähig. Viel mehr Sorgen bereiten uns das langsame wirtschaftliche Wachstum und vor allem die grundsätzlichen Fragen, wie wir mit dem technologischen Wandel – insbesondere KI – umgehen», sagt Gustav Baldinger, CEO von PwC Schweiz.

KI kostet Jobs – Berufseinsteiger:innen am meisten betroffen
Im Zentrum der Sorgen steht die künstliche Intelligenz als Treiber technologischer Disruption und Arbeitsmarktveränderungen: 42 % der Schweizer CEOs prognostizieren für die nächsten drei Jahre einen signifikanten Abbau von Arbeitsplätzen, vor allem bei den Nachwuchskräften. Mitarbeitende auf mittlerer Ebene werden weniger stark betroffen sein (25 %). Im Gegensatz dazu rechnen 76 % mit stabilen Zahlen in höheren Führungsebenen – hier gehen nur 8 % der CEOs von sinkender Beschäftigung aus.

Die wichtigste Frage, die CEOs weltweit – auch im Zusammenhang mit KI – beschäftigt, ist, ob sie die Transformation schnell genug vorantreiben, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten. Mehr als die Hälfte der CEOs in der Schweiz (54 %) treibt diese Frage um. Im globalen Durchschnitt sind es allerdings deutlich weniger (42 %). Auch die Frage, ob die firmeneigene Innovationskraft den Anforderungen der Zukunft genüge, hält in der Schweiz mehr CEOs auf Trab als weltweit.

Im globalen Vergleich fällt auf, dass Schweizer Unternehmen zwar ähnliche Kostensenkungen durch KI erzielen (55 % vs. 49 % weltweit), jedoch deutlich weniger Umsatzsteigerungen generieren (nur 15 % vs. 30 % international). Damit hinken sie bei einer nachhaltigen Monetarisierung von KI noch hinterher. Zudem verfügen nur 44 % über eine klare KI-Transformationsstrategie (global 51 %) und lediglich 26 % können hochqualifizierte KI-Expert:innen gewinnen (global 42 %). KI wird hierzulande häufiger unterstützend eingesetzt, weniger jedoch zur direkten Nachfrage- und Umsatzsteigerung.

Cyberrisiken und globale Unsicherheiten sind die grössten Risiken
Cyberkriminalität bleibt mit 28 % der Nennungen die grösste Bedrohung, ein klares Alarmzeichen in einer zunehmend digitalisierten Welt. Zugenommen in der Risikowahrnehmung der Schweizer CEOs haben geopolitische Konflikte (21 %) und technologische Disruption (17 %) – letztere sogar sprunghaft von 10 % vor einem Jahr. Dies zeigt deutlich, wie enorm der Druck auf hiesige Unternehmen gestiegen ist. Der Klimawandel hat im Vergleich zu den drei Vorjahren als Risikofaktor zwar wieder zugelegt, liegt mit 10 % aber an zweitletzter Stelle.

Innovation, Resilienz und die Zukunftsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft
Innovation ist für 44 % der Schweizer CEOs ein zentraler Erfolgsfaktor. Unternehmen mit etablierten Innovationsfähigkeiten erzielen nachweislich höhere Umsätze mit neuen Produkten und Dienstleistungen. Gleichzeitig zeigt sich eine deutlich geringere Toleranz gegenüber Innovationsrisiken in der Schweiz (12 %) im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt (25 %). Diese Vorsicht könnte zur Achillesferse werden: Nur 15 % der Schweizer CEOs stoppen leistungsschwache Innovationsprojekte, weltweit sind es 24 %.

Dennoch ist die Schweiz ein führendes Innovationsland, dessen Unternehmen dank grosser Anpassungsfähigkeit und Resilienz auch in einem volatilen globalen Umfeld bestehen. Um diese Spitzenposition zu halten und weiter zu wachsen, müssen Schweizer Unternehmen jedoch ihre Agilität und Risikobereitschaft verstärken – insbesondere durch eine stärkere Ausrichtung auf die Chancen des technologischen Wandels.

«Das setzt regulatorische Vereinfachungen voraus, um als Wirtschaftsstandort attraktiv zu bleiben», sagt Gustav Baldinger. «Die Schweiz steht an einem kritischen Wendepunkt: Nur wer den Sprung in die technologische Zukunft wagt, kann weiter wachsen. Zögern wird zum Risiko, das unseren Standort langfristig schwächt», bedenkt Baldinger.

Über die Studie «Global CEO Survey 2026»
Die «29. Global CEO Survey» wurde zwischen dem 30. September und 7. November 2025 durchgeführt. Weltweit wurden 4’454 CEOs aus 95 Ländern, darunter 81 aus der Schweiz, online befragt. Die Schweizer Teilnehmer:innen stammen aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrössen, 79 % sind börsenkotiert. Die globalen Studienergebnisse finden Sie hier: http://www.pwc.com/ceosurvey

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