Angesichts der regulatorischen und politischen Entwicklungen müssen Schweizer Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien neu justieren. Sechs Tipps, wie sich diese neuen Rahmenbedingungen in Vorteile für Leistung und Resilienz verwandeln lassen.
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Seit Anfang 2025 hat sich die Nachhaltigkeitslandschaft erheblich verändert. In den USA werden Umweltnachhaltigkeit und DEI-Massnahmen (Diversity, Equity and Inclusion) in Frage gestellt. Zugleich hat die EU unter anderem ihre Richtlinie zur Unternehmensberichterstattung (CSRD) überdacht und erwägt neue Nachhaltigkeitsberichterstattungspflichten bis 2028 zu verschieben. Das Omnibus-Vereinfachungspaket zielt darauf ab, die Belastung für Unternehmen zu verringern und Berichtsprozesse zu verbessern, hat jedoch kurzfristig zu Unsicherheit geführt. All dies wirkt sich direkt auf schweizerische Unternehmen aus, die in der Europäischen Union tätig sind.
Während sich das politische Umfeld und die Vorschriften im Wandel befinden, bleiben materielle Risiken bestehen und Chancen für Geschäftswachstum ungenutzt. Investoren prüfen weiterhin, wie stark Unternehmen von diesem Übergang betroffen sind und deren langfristige Lebensfähigkeit. Auch Verbraucher:innen und Mitarbeitende sind wachsam. Darüber hinaus bietet Klimaschutz grosse geschäftliche Vorteile. In unserer CEO-Umfrage 2025 zeigte sich, dass fast ein Drittel der Schweizer CEOs nach fünf Jahren klimafreundlicher Investitionen steigende Einnahmen verzeichnete.
Geschäftsleitungen und Personalverantwortliche können diese Anpassungsphase nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsansätze neu auszurichten und enger an die Ergebnisse des Kerngeschäfts zu knüpfen. Dadurch stellen sie sicher, dass ihre Unternehmen innovativ, wettbewerbsfähig und widerstandsfähig in der sich wandelnden Nachhaltigkeitslandschaft bleiben.
Dabei sollten Mitarbeitende als strategischer Treiber für Nachhaltigkeitsergebnisse betrachtet werden. Das heisst, Unternehmen sollten in die Weiterbildung und Umschulung ihrer Belegschaft im Bereich Nachhaltigkeit investieren, eine faire und transparente Vergütung sicherstellen und eine inklusive Unternehmenskultur fördern. So können Vertrauen und Engagement der Mitarbeitenden gestärkt, Fluktuation reduziert und ihre Leistungsfähigkeit angesichts von Unsicherheiten erhöht werden.
Es gibt sechs wichtige Schritte, um diese Anpassungsphase optimal zu nutzen.
Einen langfristigen Ansatz für Nachhaltigkeit zu verfolgen, der die Mitarbeitenden mit einbezieht, ist entscheidend für Unternehmen, die langfristiges Wachstum und Erfolg anstreben. Indem sie Risiken und Chancen proaktiv angehen, können Unternehmen die operative Effizienz steigern, Compliance-Kosten senken und ihren Ruf bei Regulierungsbehörden, Investoren und Kunden verbessern. Durch die Nutzung vorhandener Fördermittel können die Kosten der Transformation ausgeglichen, Ressourcen für strategische Investitionen freigemacht und der Fortschritt in Richtung Nachhaltigkeitsziele beschleunigt werden.
Die aktuelle Umbruchphase bietet die Gelegenheit, strategische Nachhaltigkeitsinitiativen neu auszurichten, sich gezielt auf bevorstehende Berichtsanforderungen vorzubereiten und sicherzustellen, dass Personalrichtlinien mit den Nachhaltigkeitszielen im Einklang stehen. Auf diese Weise können Unternehmen ihren Wettbewerbsvorteil stärken und langfristigen Geschäftswert sichern.
Johannes (Joop) Smits