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Die SNB hält den Leitzins weiterhin bei 0,0 %. Trotz sehr tiefer Inflation und moderater Konjunktur bleibt die Schwelle für eine Rückkehr zu Negativzinsen hoch, womit das Finanzierungsumfeld stabil bleibt. Der Mietwohnungsmarkt zeigt zum Jahresende aufgrund einer sinkenden Bevölkerungszunahme eine leichte Beruhigung, bleibt jedoch strukturell angespannt. Die Mieten bei Neuabschlüssen gingen kurzfristig zurück, liegen im Jahresvergleich aber weiterhin deutlich höher. Insbesondere in urbanen Zentren herrscht weiterhin eine ausgeprägte Angebotsknappheit. Für Zürich dürfte der 14. Juni 2026 zum Schicksalstag werden, da an diesem Datum über die Wohnschutz-Initiative abgestimmt wird, deren Annahme die Angebotsseite zusätzlich belasten und die Investitionsbereitschaft im Mietwohnungssegment nachhaltig dämpfen könnte. Im Büromarkt setzt sich eine moderate Stabilisierung fort. Die Renditeentwicklung spiegelt diese Differenzierung wider: Wohnrenditeliegenschaften erzielen weiterhin hohe Gesamterträge, während Büroimmobilien sich nur selektiv erholen und regional stark divergieren. Beim Wohneigentum verlangsamt sich die Preisdynamik, getragen wird der Markt jedoch von Eigentumswohnungen. Das Finanzierungsumfeld bleibt unterstützend, und die Abschaffung des Eigenmietwerts schafft zusätzliche Nachfrageimpulse, insbesondere im Neubausegment. Trotz moderater Preisentwicklung erreicht die Marktliquidität ein Rekordniveau, was sich in einer aussergewöhnlich hohen Zahl an Transaktionen widerspiegelt, während die Preiserwartungen der Marktteilnehmenden überwiegend positiv bleiben.
Die der Immospektive zugrunde liegenden Informationen zum Marktgeschehen finden Sie in der Immobilien-Metaanalyse von FPRE. Verweise auf FPRE-Grafiken sind in unserem Text mit «[1]» usw. bezeichnet.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 11. Dezember 2025 den SNB-Leitzins unverändert bei 0,0 % belassen. Nach den beiden Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im ersten Halbjahr 2025 bestätigt die Nationalbank damit ihren Kurs einer stabilisierenden Geldpolitik auf einem nominal neutralen Niveau. Die Inflation hat sich zum Jahresende weiter abgeschwächt. Nach 0,2 % im August fiel die Jahresteuerung im November 2025 auf 0,0 %, was insbesondere auf tiefere Preiszuwächse in der Hotellerie, bei den Mieten sowie bei Bekleidung zurückzuführen ist. Trotz der kurzfristig tieferen Teuerung bleibt der mittelfristige Inflationsdruck gegenüber der letzten Lagebeurteilung praktisch unverändert. Die bedingte Inflationsprognose liegt im Jahresdurchschnitt bei 0,2 % für 2025, 0,3 % für 2026 und 0,6 % für 2027 und befindet sich damit über den gesamten Prognosehorizont im Bereich der Preisstabilität.1 Das internationale Umfeld zeigte sich zum Jahresende leicht robuster als noch im Herbst erwartet, bleibt jedoch von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Zwar erwies sich die Weltwirtschaft im dritten Quartal als widerstandsfähiger, doch belasten handelspolitische Risiken und geopolitische Spannungen die globale Dynamik weiterhin. Die Senkung der US-Zölle auf 15 %, die Mitte November beschlossen wurde, reduzierte die Abwärtsrisiken für die Schweizer Exportwirtschaft spürbar, insbesondere für zyklische Industrien wie den Maschinen- und Uhrensektor. Negativzinsen gelten vorerst nicht als Basisszenario, da das KOF Institut trotz sehr tiefer Inflation davon ausgeht, dass die SNB den Leitzins über den Prognosehorizont hinweg bei 0,0 % belassen wird. Ein Szenario mit Negativzinsen würde sich erst dann aufdrängen, wenn die Teuerung dauerhaft unter den Preisstabilitätsbereich fällt und sich ein anhaltend deflationäres Umfeld abzeichnet.2
1 SNB, Geldpolitische Lagebeurteilung vom 11. Dezember
2 KOF, Konjunkturbericht, Winter 2025
3 KOF, Konjunkturbericht, Winter 2025
4 SNB, Geldpolitische Lagebeurteilung vom 11. Dezember
5 Raiffeisen, Newsletter Zinsprognose Februar 2026
Der Mietwohnungsmarkt in der Schweiz zeigte zum Jahresende 2025 eine leichte Beruhigung auf hohem Niveau. Die Mieten für Neuabschlüsse gaben im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um –1,0 % nach, lagen im Vorjahresvergleich jedoch weiterhin um +3,0 % höher [23]. Damit bleibt die Mietdynamik trotz der kurzfristigen Korrektur deutlich über dem langfristigen Durchschnitt und spiegelt den weiterhin ausgeprägten Nachfrageüberhang wider, insbesondere in urbanen Zentren. In der Region Zürich verzeichneten die Marktmieten im Jahresvergleich erneut einen überdurchschnittlichen Anstieg von +5,4 %, womit die strukturelle Knappheit in den wirtschaftsstarken Zentren und deren Agglomerationen besonders deutlich zum Ausdruck kommt [23].
Der Mietwohnungsmarkt ist weiterhin durch eine ausgeprägte Angebotsknappheit geprägt. Die fortwährend sinkende Leerstandsquote, zuletzt rund 1,0 % im Juni 2025, spiegelt den anhaltenden Nachfrageüberhang wider, welcher sich in deutlich steigenden Angebots- und Marktmieten manifestiert. Regional zeigen sich dabei grosse Unterschiede. Während periphere Regionen kaum Mietdruck aufweisen, bleiben die Zuwächse in den grossstädtischen Zentren, insbesondere in der Region Zürich, überdurchschnittlich. Gleichzeitig zeichnen sich jedoch im gehobenen Segment erste Sättigungstendenzen ab, ohne dass sich die strukturelle Anspannung des Gesamtmarktes spürbar entschärft.6 Parallel dazu bleibt das Angebot an neuen Mietwohnungen stark eingeschränkt, da die Bautätigkeit weiterhin auf tiefem Niveau verharrt und kurzfristig keine substanzielle Ausweitung des Angebots zu erwarten ist [14]. Insgesamt bleibt der Mietwohnungsmarkt damit strukturell angespannt, auch wenn sich das kurzfristige Wachstumstempo zuletzt aufgrund der geringeren Zuwanderung infolge der Abkühlung des Arbeitsmarktes etwas verlangsamt hat.7
Quelle Daten: FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
6 FPREview, Immobilienmärkte Schweiz 2026, Q1
7 NZZ, Die Wohnungsmieten steigen kaum noch – das liegt auch daran, dass weniger Expats in die Schweiz kommen, 05.02.2026
8 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
9 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
10 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
11 Kanton Zürich, Regierungsratsbeschluss Nr. 105/2026, 06.02.2026
12 Baublatt, Studie: Die Auswirkungen der Wohnschutzinitiative im Kanton Basel-Stadt, Januar 2025
Im vierten Quartal 2025 setzte sich am Schweizer Büromarkt die im Jahresverlauf beobachtete Stabilisierung fort. Auf nationaler Ebene stiegen die Marktmieten für Büroflächen gegenüber dem Vorquartal um +2,1 %, womit sich die positive Dynamik nach den schwächeren Vorperioden bestätigte. Im Jahresvergleich fiel das Wachstum mit +0,4 % hingegen moderat aus, was auf eine weiterhin verhaltene Gesamtdynamik hindeutet. [35] Der Schweizer Büromarkt präsentiert sich damit zum Jahresende insgesamt stabil, getragen von einer robusten Binnenkonjunktur und einer weiterhin soliden Nachfrage nach zentral gelegenen, qualitativ hochwertigen Büroflächen.
Am Arbeitsmarkt bleibt das Umfeld jedoch herausfordernd. Die konjunkturelle Abschwächung in zyklischen Branchen sowie die gedämpften Beschäftigungsaussichten wirken dämpfend auf die kurzfristige Nachfrage nach zusätzlichen Büroflächen. Gemäss aktueller KOF-Prognose wird für 2026 lediglich ein moderates Beschäftigungswachstum von rund 0,5 % erwartet, bei einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf rund 3,1 %. Vor diesem Hintergrund ist kurzfristig von einer seitwärtsgerichteten Entwicklung des Büroflächenbedarfs auszugehen, wobei qualitativ hochwertige Lagen weiterhin überdurchschnittlich nachgefragt bleiben.13
Quelle Daten: FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
13 KOF, Konjunkturbericht, Winter 2025
14 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
15 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 4. Quartal 2025
Im vierten Quartal 2025 blieb die (rollierte) Gesamtjahresrendite für Mehrfamilienhäuser mit rund 12,2 % weiterhin auf einem hohen Niveau, wenngleich leicht unter dem Wert der Vorquartale. Die Attraktivität von Wohninvestitionen bleibt damit ausgeprägt und wird weiterhin durch die strukturell starke Nachfrage nach Mietwohnungen sowie das begrenzte Angebot gestützt. Die Rendite setzt sich primär aus einer deutlich positiven Wertänderungsrendite zusammen (+ 8,9 %), während die Cashflowrendite mit rund 3,3 % stabil blieb. Damit bestätigt sich, dass die Performance von Mehrfamilienhäusern nach wie vor stärker wertgetrieben ist, während die laufenden Erträge auf einem soliden, aber moderaten Niveau verharren [51].
Bei Büroimmobilien zeigt sich hingegen weiterhin ein verhalteneres und stärker schwankendes Renditebild. Die (rollierte) Gesamtjahresrendite belief sich im vierten Quartal 2025 auf rund 6,0 % und lag damit zwar über dem Niveau der Vorjahresquartale, jedoch weiterhin deutlich unter den Renditen von Wohninvestitionen. Die Cashflowrendite blieb mit rund 3,5 % vergleichsweise stabil und stellt den zentralen Renditetreiber im Bürosegment dar, während die Wertänderungsrendite mit rund 2,6 % zwar positiv ausfiel, jedoch nach wie vor auf moderatem Niveau verharrt. Insbesondere in peripheren und strukturell schwächeren Büromärkten wurden weiterhin unterdurchschnittliche oder negative Wertentwicklungen beobachtet, was die anhaltend anspruchsvolle Marktsituation im Bürosegment und die ausgeprägte Segmentierung nach Lage und Objektqualität widerspiegelt [52].
Quelle Daten: FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 4. Quartal 2025
16 FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 4. Quartal 2025
17 FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 4. Quartal 2025
Auch im vierten Quartal 2025 setzte sich der Preisauftrieb auf dem Markt für Wohneigentum fort, allerdings mit weiter nachlassender Dynamik. Im Quartalsvergleich legten die Preise insgesamt moderat zu, während sich im Jahresvergleich weiterhin ein solides Wachstum zeigte. Besonders ausgeprägt blieb die Entwicklung bei den Eigentumswohnungen (EWG): Diese verzeichneten im Quartalsvergleich einen Anstieg von +0,5 % und lagen im Jahresvergleich um +6,3 % über dem Vorjahresniveau [62]. Einfamilienhäuser (EFH) entwickelten sich demgegenüber verhaltener. Während die Preise gegenüber dem Vorquartal leicht um –0,1 % zurückgingen, resultierte im Jahresvergleich noch ein moderater Preisanstieg von +1,1 % [56]. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Differenzierung innerhalb des Wohneigentumsmarktes, wobei insbesondere Eigentumswohnungen weiterhin von der strukturell hohen Nachfrage profitieren. Der SARON bleibt mit -0,04 % Anfang Februar unverändert gegenüber dem Vorquartal unter der Nullprozentmarke.18
Ein Blick auf die Nachfrage deutet darauf hin, dass die im Jahr 2025 beschlossene Abschaffung des Eigenmietwerts einen tiefgreifenden Eingriff in die Besteuerung von Wohneigentum markiert und die wirtschaftliche Abwägung zwischen Kaufen und Mieten verändert. Durch den Wegfall der fiktiven Eigenmiete sinken die laufenden Kosten für Eigentümer deutlich, wodurch Wohneigentum in vielen Schweizer Gemeinden insbesondere in hochpreisigen Mietermärkten finanziell attraktiver wird als das Mieten; diese Entwicklung dürfte die Nachfrage nach Wohneigentum zusätzlich stützen, insbesondere im Neubausegment.19
Quelle Daten: FPRE, Transaktionspreis- und Baulandindizes für Wohneigentum Schweiz, 4. Quartal 2025
18 SNB, Current interest rates and exchange rates, Februar 2025
19 Tagesanzeiger, In diesen Gemeinden ist Eigentum Kaufen günstiger als Mieten
20 FPRE, Transaktionspreis- und Baulandindizes für Wohneigentum Schweiz, 4. Quartal 2025
21 FPRE, Transaktionspreis- und Baulandindizes für Wohneigentum Schweiz, 4. Quartal 2025
22 Swiss Real Estate Datapool (SRED), SRED Newsletter, 4. Quartal 2025
Unsere Experten verfügen über langjährige Erfahrung in den Bereichen Volks- und Betriebswirtschaft, Architektur sowie Baurecht und kennen die regionalen Marktgegebenheiten genau. Wir begleiten Sie während des gesamten Lebenszyklus Ihrer Immobilie und bieten kompetente Unterstützung bei Fragen rund um die Immobilienbewertung, Transaktionen und bei strategischen Aufgabenstellungen.
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Sebastian Zollinger