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Die SNB hält den Leitzins weiterhin bei 0,0 %. Trotz sehr tiefer Inflation und moderater Konjunktur bleibt eine Rückkehr zu Negativzinsen vorerst nicht das Basisszenario, womit das geldpolitische Umfeld stabil und für Immobilien grundsätzlich unterstützend bleibt. Gleichzeitig haben die externen Risiken zugenommen: Eine weitere Aufwertung des Schweizer Frankens, geopolitische Spannungen sowie eine länger andauernde Blockade der Strasse von Hormus könnten die Weltwirtschaft und damit auch die Schweizer Konjunktur belasten. Der Mietwohnungsmarkt zeigt im ersten Quartal 2026 nach dem Rückgang im Vorquartal eine Stabilisierung, bleibt jedoch strukturell angespannt. Die abgeschwächte Zuwanderung dämpft zwar das kurzfristige Mietwachstum, die Angebotsknappheit in urbanen Zentren bleibt aber bestehen. Zusätzlich erhöhen die Zürcher Wohnvorlagen vom 14. Juni 2026, insbesondere die Wohnschutz-Initiative, die regulatorischen Risiken für Investitionen, Sanierungen und die künftige Angebotsausweitung. Im Büromarkt hat die Stabilisierung wieder an Kraft verloren, die Mieten bei Neuabschlüssen gingen zurück und die Entwicklung bleibt regional stark differenziert. Die Renditeentwicklung spiegelt diese Segmentierung wider: Mehrfamilienhäuser erzielen weiterhin robuste, breit abgestützt positive Gesamtjahresrenditen, während Büroimmobilien volatiler bleiben und ausserhalb der stärksten Lagen erhöhte Wertänderungsrisiken aufweisen. Beim Wohneigentum zieht der Preisauftrieb wieder an, getragen vor allem von Eigentumswohnungen. Das tiefe Zinsumfeld, positive Preiserwartungen und die Abschaffung des Eigenmietwerts stützen die Nachfrage, während die kantonale Umsetzung der Reform weiterhin Unsicherheit schafft.
Die der Immospektive zugrunde liegenden Informationen zum Marktgeschehen finden Sie in der Immobilien-Metaanalyse von FPRE. Verweise auf FPRE-Grafiken sind in unserem Text mit «[1]» usw. bezeichnet.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 19. März 2026 den SNB-Leitzins unverändert bei 0,0 % belassen. Seit der letzten Zinssenkung im Juni 2025 verharrt der Leitzins damit bei null. Die Nationalbank bestätigt damit ihren Kurs einer stabilisierenden Geldpolitik in einem weiterhin sehr tiefen Zinsumfeld. Die Inflation stieg seit der letzten Lagebeurteilung wie erwartet leicht an. Nach 0,0 % im November 2025 lag die Jahresteuerung im Februar 2026 bei 0,1 %, was insbesondere auf eine höhere Warenteuerung zurückzuführen ist. Aufgrund der gestiegenen Energiepreise dürfte die Inflation in den nächsten Quartalen stärker zunehmen.1 Der mittelfristige Inflationsdruck hat sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung jedoch kaum verändert. Die bedingte Inflationsprognose liegt im Jahresdurchschnitt bei 0,5 % für 2026, 0,5 % für 2027 und 0,6 % für 2028 [9] und befindet sich damit über den gesamten Prognosehorizont im Bereich der Preisstabilität. Das internationale Umfeld zeigte sich im vierten Quartal zwar solide, bleibt jedoch von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Die Inflation blieb in den USA erhöht, während sie in der Eurozone weiterhin nahe am Zielwert von 2,0% lag. Gleichzeitig hat die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftsausblicks mit dem Konflikt im Nahen Osten deutlich zugenommen. Höhere Energiepreise, mögliche Lieferkettenprobleme, sowie eine weitere Aufwertung des Schweizer Frankens könnten die Schweizer Wirtschaft belasten.2 Das Basisszenario sieht keine Abweichung von der Nullzinspolitik vor, das KOF Institut geht trotz sehr tiefer Inflation davon aus, dass die SNB den Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei 0,0 % belassen wird.3
1 SNB, Geldpolitische Lagebeurteilung vom 19. März
2 SNB, Geldpolitische Lagebeurteilung vom 19. März
3 KOF, Konjunkturbericht, Frühjahr 2026
4 KOF, Konjunkturbericht, Frühjahr 2026
5 SNB, Geldpolitische Lagebeurteilung vom 19. März
6 Raiffeisen, Newsletter Zinsprognose Mai 2026
Der Schweizer Mietwohnungsmarkt zeigte im ersten Quartal 2026 eine Seitwärtsbewegung auf weiterhin angespanntem Niveau. Nachdem die Mieten für Neuabschlüsse im Vorquartal noch leicht rückläufig waren, stabilisierten sie sich nun wieder und stiegen gegenüber dem Vorquartal geringfügig um +0,1 %. Im Jahresvergleich lagen sie um +1,3 % höher [23]. Damit hat sich die Mietdynamik gegenüber den starken Anstiegen der Vorjahre deutlich abgeschwächt, ohne dass sich die strukturelle Knappheit im Markt aufgelöst hätte.
Die Zuwanderung bleibt zwar ein wichtiger Nachfragefaktor, fällt jedoch mit einem Zuwanderungssaldo von 18'800 Personen im ersten Quartal 2026 weniger ausserordentlich aus als in den Vorquartalen. Dadurch hat sich das kurzfristige Wachstumstempo bei den neu abgeschlossenen Mieten etwas beruhigt [10, 11]. Auf der Angebotsseite mehren sich erste Erholungssignale: Für den Wohnbau wird 2026 wieder ein Wachstum erwartet, und der Bauindex des Schweizerischen Baumeisterverbands weist im ersten Quartal 2026 insbesondere im Wohnungsbau eine positive Entwicklung aus [14, 15].
Auch auf regulatorischer Ebene nimmt der Handlungsdruck zu. Die drei Zürcher Wohnvorlagen vom 14. Juni sind Ausdruck der zunehmenden politischen Reaktion auf die Wohnungsnot in Zürich und stehen beispielhaft für die schweizweite Angebotsknappheit in den urbanen Zentren.7 Einen potenziell grossen Einfluss auf den Zürcher Wohnungsmarkt hätte insbesondere die Wohnschutz-Initiative. Sie nähert sich Regulierungsmodellen an, wie sie in den Kantonen Basel-Stadt, Genf und Waadt bereits bestehen. Erfahrungen aus Basel-Stadt zeigen, dass solche Eingriffe Baugesuche und Sanierungstätigkeit bremsen und damit das Angebot zusätzlich verknappen. Eine Annahme der Initiative dürfte weitreichende negative Folgen für Immobilieninvestitionen, die Erneuerung des Wohnungsbestands, die langfristige Qualität der Wohnungen und nicht zuletzt die Attraktivität von Zürich und Winterthur haben. Wenn Sanierungen, Umbauten und Ersatzneubauten regulatorisch weniger planbar und wirtschaftlich unattraktiver werden, könnten Projekte zurückgestellt oder ganz aufgegeben werden. Neben einer Schwächung des künftigen Wohnungsangebots wären auch lokale Handwerksbetriebe betroffen, da weniger Bau- und Sanierungsaufträge ausgelöst würden.8
Quelle Daten: FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
7 Kanton Zürich, Regierungsratsbeschluss Nr. 105/2026, 06.02.2026
8 Baublatt, Studie: Die Auswirkungen der Wohnschutzinitiative im Kanton Basel-Stadt, Januar 2025
9 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
10 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
11 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 verlor die zum Jahresende 2025 beobachtete Stabilisierung am Schweizer Büroflächenmarkt wieder an Kraft. Die Vertragsmieten für Büroflächen bei Neuabschlüssen gingen gegenüber dem Vorquartal um –3,0 % zurück und lagen im Jahresvergleich um –0,6 % tiefer [35]. Damit zeigt sich der Büromarkt deutlich schwächer als im Vorquartal und bleibt von einer verhaltenen Nachfrage nach zusätzlichen Flächen geprägt. Zudem rücken regulatorische Risiken stärker in den Vordergrund. Der Bundesrat hat am 15. April 2026 die Vernehmlassung zur Verschärfung der Lex Koller eröffnet. Vorgesehen ist unter anderem, ausländischen Personen den Erwerb von Geschäftsimmobilien zur reinen Kapitalanlage zu untersagen. Zusätzlich sollen börsenkotierte Anteile an Wohnimmobiliengesellschaften sowie regelmässig gehandelte Anteile an Immobilienfonds und Immobilien-SICAV grundsätzlich wieder unter die Lex Koller fallen. Für den Immobilienmarkt würde eine solche Verschärfung die regulatorische Komplexität erhöhen, den Kreis potenzieller Investoren einschränken und insbesondere bei indirekten Immobilienanlagen sowie kommerziellen Renditeobjekten die Liquidität und Investitionsbereitschaft belasten.12
Am Arbeitsmarkt bleibt das Umfeld für den Büroflächenbedarf nur moderat unterstützend. Das KOF Institut erwartet für 2026 zwar eine Erholung der Beschäftigung, die Wachstumsraten bleiben jedoch unter den historischen Durchschnittswerten. Die vollzeitäquivalente Beschäftigung dürfte um +0,6 % und die Zahl der Erwerbstätigen um +0,5 % steigen, während die Prognose der SECO-Arbeitslosenquote im Jahresmittel 2026 bei 3,1 % liegt. Vor diesem Hintergrund ist weiterhin von einer seitwärtsgerichteten bis leicht gedämpften Büroflächennachfrage auszugehen. Hinzu kommt, dass die Investitionstätigkeit trotz erster Aufwärtstendenzen verhalten bleibt und Unsicherheit weiterhin auf Expansions- und Standortentscheiden lastet.13
Quelle Daten: FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
12 Bundesrat, Bundesrat will den Grundstückerwerb für Personen im Ausland weiter beschränken, 15. April 2026
13 KOF, Konjunkturbericht, Frühjahr 2026
14 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
15 FPRE, Marktmieten- und Baulandindizes von Renditeimmobilien Schweiz, 1. Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 blieb die (rollierte) Gesamtjahresrendite von Mehrfamilienhäusern in allen Kantonen positiv, normalisierte sich jedoch gegenüber dem aussergewöhnlich starken Jahr 2025. Der Grossteil der Kantone bewegte sich in einem soliden Renditeband von rund 6 % bis 8 %. Die Attraktivität von Wohninvestitionen bleibt damit mit einer (rollierten) Gesamtjahresrendite für Mehrfamilienhäuser mit durchschnittlich 6,6 % (davon Cashflowrendite: 3,1 % und Wertänderungsrendite: 3,5 %) ausgeprägt und wird weiterhin durch die strukturell starke Nachfrage nach Mietwohnungen, das begrenzte Angebot und stabile laufende Erträge gestützt. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf eine Normalisierung der Wertänderungsrenditen nach den starken Aufwertungen im Jahr 2025 zurückzuführen, während die Cashflowrendite weiterhin stabilisierend wirkt.16
Bei Büroimmobilien zeigt sich weiterhin ein uneinheitliches Bild. Die (rollierte) Gesamtjahresrendite lag im ersten Quartal 2026 im kantonalen Durchschnitt bei rund 4,2 % (davon Cashflowrendite: 3,4 % und Wertänderungsrendite: 0,8 %) und damit unter dem Wert des Jahres 2025 von 6,0 %. Die laufenden Erträge bleiben zwar ein wichtiger Renditeanker, konnten die teils negativen Wertentwicklungen in einzelnen Märkten jedoch nicht überall kompensieren. Insbesondere in peripheren und strukturell schwächeren Büromärkten wurden weiterhin negative Gesamtjahresrenditen beobachtet, was die anhaltend anspruchsvolle Marktsituation im Bürosegment widerspiegelt.17
Quelle Daten: FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 1. Quartal 2026
16 FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 1. Quartal 2026
17 FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 1. Quartal 2026
18 FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 1. Quartal 2026
19 FPRE, Marktindizes für Renditeimmobilien, 1. Quartal 2026
Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich der Preisauftrieb am Schweizer Wohneigentumsmarkt fort. Im Unterschied zum Vorquartal fiel die Dynamik wieder deutlich breiter aus. Besonders stark entwickelten sich weiterhin die Eigentumswohnungen (EWG): Die Preise stiegen gegenüber dem Vorquartal um +2,1 % und lagen im Jahresvergleich um +6,0 % höher [62]. Damit bleiben EWG der dynamischere Teilmarkt des Wohneigentums. Einfamilienhäuser (EFH) verzeichneten ebenfalls wieder klar steigende Preise. Gegenüber dem Vorquartal legten sie um +1,9 % zu, während im Jahresvergleich ein moderater Anstieg von +1,1 % resultierte [56]. Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Nachfrage nach Wohneigentum trotz hoher Preisniveaus robust bleibt, wobei Eigentumswohnungen weiterhin stärker von der relativen Erschwinglichkeit gegenüber Einfamilienhäusern profitieren. Der SARON lag im April 2026 bei –0,05 % und bewegte sich damit weiterhin leicht im negativen Bereich [19].
Ein Blick auf die Nachfrage deutet darauf hin, dass die beschlossene Abschaffung des Eigenmietwerts die steuerliche Attraktivität von selbstgenutztem Wohneigentum grundsätzlich erhöht. Der Bundesrat hat am 1. April entschieden, die Reform per 1. Januar 2029 in Kraft zu setzen.20 Die Debatte seit der Abstimmung wandelt sich folglich auf deren Umsetzung: Während Eigentümervertreter eine frühere Einführung fordern, verlangten insbesondere Gebirgskantone mehr Zeit zur Ausgestaltung einer möglichen Objektsteuer auf Zweitliegenschaften.21,22 Für den Wohneigentumsmarkt dürfte die Reform im aktuellen Tiefzinsumfeld die Nachfrage grundsätzlich stützen, wobei die Wirkung je nach Verschuldungsgrad, Objektzustand und kantonaler Umsetzung stark unterschiedlich ausfallen wird. Insbesondere die kantonale Ausgestaltung der neuen Regelung bleibt derzeit noch offen und könnte punktuell eine zusätzliche Dynamik im Wohneigentumsmarkt auslösen.
Quelle Daten: FPRE, Transaktionspreis- und Baulandindizes für Wohneigentum Schweiz, 1. Quartal 2026
20 Bundesrat: Bundesrat setzt Abschaffung des Eigenmietwerts auf 2029 in Kraft, 1. April 2026.
21 HEV, Inakzeptabler Bundesrats-Entscheid zur Abschaffung des Eigenmietwerts, 15. April 2026.
22 SRF, Gebirgskantone wollen Eigenmietwert nicht vor 2030 abschaffen, 7. Februar 2026.
23 FPRE, Transaktionspreis- und Baulandindizes für Wohneigentum Schweiz, 1. Quartal 2026
24 FPRE, Transaktionspreis- und Baulandindizes für Wohneigentum Schweiz, 1. Quartal 2026
25 SRF, Abwanderung im Tessin: Warum die Jugend den Kanton verlässt, 21. Februar 2026
26 Swiss Real Estate Datapool (SRED), SRED Newsletter, 1. Quartal 2026
Unsere Experten verfügen über langjährige Erfahrung in den Bereichen Volks- und Betriebswirtschaft, Architektur sowie Baurecht und kennen die regionalen Marktgegebenheiten genau. Wir begleiten Sie während des gesamten Lebenszyklus Ihrer Immobilie und bieten kompetente Unterstützung bei Fragen rund um die Immobilienbewertung, Transaktionen und bei strategischen Aufgabenstellungen.
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Sebastian Zollinger