CNO-Barometer 2025

Schweizer Pflegeleitungen kämpfen mit steigendem Kostendruck und Fachkräftemangel

  • Press Release
  • 11/12/25

  •  75 % der Pflegeleitungen (CNOs) nennen steigenden Kostendruck als grösste Herausforderung; der Fachkräftemangel bleibt weiterhin relevant (55 %).
  • Neue Versorgungsmodelle erfordern engere Zusammenarbeit zwischen Pflege, Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen.
  • Digitalisierung steigt von Platz 7 (2023) auf Platz 3 und wird als Chance für effizientere Prozesse und Fachkräftemangel-Bekämpfung gesehen.
  • Mehr als 60 % der Einrichtungen haben Ausbildungsplätze ausgebaut und die Vergütung verbessert.

Zürich, 11. Dezember 2025 – Für die Pflegeleitungen (Chief Nursing Officers, CNOs) im Schweizer Gesundheitswesen ist der Fachkräftemangel weiterhin ein zentrales Thema, doch noch mehr beschäftigt sie aktuell der steigende Kostendruck, wie das aktuelle CNO-Barometer, eine jährliche Umfrage unter Pflegeführungskräften von PwC Schweiz und Swiss Nurse Leaders, zeigt.

Demnach nennen drei Viertel (75 %) der Befragten den Kostendruck als grösste Herausforderung. Direkt danach folgen Effizienz sowie umfassende Prozessoptimierungen. Die Pflegeverantwortlichen haben erkannt, dass sie ihre Organisation und Abläufe anpassen müssen, um den zunehmend komplexen Arbeitsalltag zu bewältigen – und zwar bei anhaltendem Fachkräftemangel, der sich kurz- und mittelfristig nicht verringern wird.

Besonders die Digitalisierung wird inzwischen als vielversprechende Chance wahrgenommen, um Arbeitsabläufe zu verbessern, die Versorgungsqualität zu sichern und Ressourcen gezielt einzusetzen. «Die Ergebnisse des CNO-Barometers 2025 entsprechen exakt unseren Erfahrungen aus der Praxis: Die Themen Effizienzsteigerung und Optimierung des Kerngeschäfts sind präsenter denn je», sagt Philip Sommer, Leiter Beratung Gesundheitswesen, PwC Schweiz.

Ambulantisierung als Treiber
Die Ambulantisierung im Gesundheitswesen stellt Leistungserbringende vor neue Herausforderungen und Chancen. Kürzere Aufenthalte, schnellere Übergänge und komplexere Patientenprofile erhöhen den Koordinationsbedarf entlang der Versorgungskette. Der wachsende Bedarf an spezialisierten Pflegefachpersonen wie Advanced Practice Nurses trägt somit zur Verbesserung der Versorgungsqualität und zur Attraktivität des Pflegeberufs bei. Gleichzeitig steigen administrative Anforderungen, weshalb Einrichtungen ihre Prozesse anpassen, in Weiterbildung investieren und flexible Arbeitszeitmodelle einführen. So wird die Ambulantisierung zum Motor für Innovation, Effizienz und nachhaltige Personalentwicklung.

Mehr Pflegepersonal und bessere Arbeitsbedingungen
Zur kurzfristigen Überbrückung des Personalmangels setzen 67 % der befragten Einrichtungen weiterhin auf Temporärpersonal (2023: 69 %) und 64 % auf Überstunden (2023: 67 %) – was jedoch die Kosten steigert und das Personal zusätzlich belastet. Um dem entgegenzukommen, ist fast die Hälfte der befragten Pflegeleitungen gezwungen, weniger qualifiziertes Personal einzustellen, was sich wiederum negativ auf die Pflegequalität ausüben kann.

Gleichzeitig werden flexible Arbeitszeitmodelle und verbesserte Anreize immer wichtiger, weshalb die meisten Einrichtungen entsprechende Massnahmen ergriffen haben. Bereits 60 % der Befragten geben an, dass ihre Einrichtungen mehr Ausbildungsplätze anbieten und ihre Auszubildenden besser bezahlen. Dazu trägt auch die im Jahr 2021 angenommene Pflegeinitiative bei. Sie verpflichtet Bund und Kantone, für ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal zu sorgen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass der Bedarf an ganzheitlichen Ansätzen steigt, die Prozessoptimierung, Digitalisierung und verbesserte Arbeitsbedingungen miteinander verbinden. Hinzukommt, dass die zunehmende Ambulantisierung des Gesundheitswesens strukturelle Veränderungen der Versorgungsmodelle beschleunigt. Die Herausforderungen für CNOs sind komplexer und vielfältiger geworden. Kostendruck, Effizienz und Digitalisierung stehen im Zentrum, der Fachkräftemangel bleibt jedoch der systemische Rahmen. «Dies erfordert neue strategische Ansätze und fördert die Zusammenarbeit zwischen Pflege, Ärztinnen und Ärzten und weiteren Gesundheitsfachpersonen. Die CNOs sehen darin Chancen für die Etablierung innovativer Strukturen und nachhaltiger Versorgungsmodelle», sagt Tania Putze, Senior Managerin Beratung Gesundheitswesen, PwC Schweiz.

Über diese Studie
Das CNO-Barometer basiert auf einer Befragung von 95 Chief Nursing Officers (CNOs) aus Schweizer Gesundheitsinstitutionen zwischen Juni und Juli 2025 im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von PwC Schweiz und Swiss Nurse Leaders (SNL). Die Teilnehmenden kommen aus Akutspitälern (38 %), Alters- und Pflegeeinrichtungen (15 %), psychiatrischen Kliniken (14 %), Rehabilitationskliniken (16 %) sowie aus Spitex und ambulantem Pflegedienst (14 %). Die Mehrheit arbeitet in der Deutschschweiz, 13 Teilnehmende kommen aus der Westschweiz und neun aus der italienischen Schweiz.

Über SNL
Mit schweizweit rund 480 Mitgliedern ist Swiss Nurse Leaders die führende, repräsentative Organisation der Pflegekader aus allen Versorgungsbereichen.
Swiss Nurse Leaders fördert die Entwicklung von Leadership und Management in der Pflege und bietet den Mitgliedern ein starkes Netzwerk. Der Verband vertritt die Interessen der Pflegekader und setzt sich dafür ein. Erfahren Sie mehr unter www.swissnurseleaders.ch.

CNO Barometer 2025

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