Zürich, 7. Mai 2026 – Während einige Länder weltweit die Unternehmenssteuersätze erhöhen, um den gestiegenen Finanzierungsbedarf der Staaten zu decken, bleibt die Schweiz ein steuerfreundlicher Standort. Gemäss einer aktuellen Analyse von PwC Schweiz bleiben die effektiven Unternehmenssteuersätze in der Schweiz im Jahr 2026 weitgehend stabil und einige Kantone haben ihre Steuersätze sogar gesenkt (LU, ZG, UR, SZ, BL, FR, AG, ZH), während vier Kantone sie leicht anheben (BS, SO, JU, SH).
Nachdem Zug jahrelang der steuerlich attraktivste Kanton für Unternehmen war, hat Luzern nun den Spitzenplatz übernommen. Gleichzeitig wirkt sich die 2024 eingeführte OECD-Mindeststeuer wenig auf die kantonalen Steuersätze aus, die wenigsten Kantone haben sie angepasst, was auf eine abwartende Haltung gegenüber den neuen globalen Rahmenbedingungen hindeutet.
«Die OECD-Mindeststeuer erhöht den Druck auf die Kantone, ihre Standortattraktivität durch gezielte Massnahmen wie Investitionsanreize und Standortförderung zu sichern und auszubauen», sagt Dieter Wirth, Leader Tax, Legal & HR Services und Mitglied der Geschäftsleitung von PwC Schweiz.
Regionale Unterschiede bei den kantonalen Steuersätzen
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede bei den Unternehmenssteuersätzen in den Schweizer Kantonen. Insgesamt ist die Zentralschweiz weiterhin eine der attraktivsten Regionen mit den niedrigsten Steuern des Landes. So hat der Kanton Luzern den effektiven Steuersatz von 11,91 % (2025) auf 11,66 % (2026) gesenkt. Auch der ohnehin schon niedrige Steuersatz in Zug wurde nochmals von 11,85 % auf 11,71 % gesenkt – der Kanton bleibt somit ein besonders attraktiver Standort für Unternehmen.
Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Bern und Zürich, die zu den Kantonen mit den höchsten Steuersätzen der Schweiz zählen. Der Kanton Bern erhebt beispielsweise einen effektiven Steuersatz von 20,54 % – fast doppelt so hoch wie jener in Luzern, was ihn zu einem der weniger wettbewerbsfähigen Kantone in Bezug auf die Unternehmensbesteuerung macht.
Der Kanton Zürich mit der zweithöchsten Steuerbelastung für Unternehmen hat den Steuersatz von 19,61 % auf 19,47 % leicht gesenkt. In der Mehrheit der Schweizer Kantone sind die Unternehmenssteuersätze in diesem Jahr jedoch unverändert.
Schweiz im Vergleich zu EU bzw. OECD und G20
Die Schweizer Kantone mit den niedrigsten Steuersätzen wie Luzern und Zug sind im Vergleich zu den OECD- und G20-Ländern mit den niedrigsten Steuersätzen besonders attraktiv. Selbst die Kantone mit den höchsten Steuersätzen wie Bern und Zürich rangieren im internationalen Vergleich im Mittelfeld.
Auch im Vergleich zu den EU-Ländern rangieren die Schweizer Kantone mit den niedrigsten Steuersätzen ganz oben im Steuerwettbewerb. Bern, mit den höchsten Unternehmenssteuern hierzulande, liegt etwa im EU-Durchschnitt. So gibt es in der EU zum Beispiel nur einen Staat, der Unternehmen niedriger besteuert als Luzern, nämlich Ungarn mit 9 %.
«Die Schweiz behauptet sich trotz globaler Steuerreformen als attraktiver Standort für internationale Unternehmen, dank moderater Steuersätze und eines stabilen wirtschaftlichen Umfelds», sagt Rolf Röllin, Partner, Corporate Tax bei PwC Schweiz.
Steuervergleich 2026
Alle Steuersätze im Detail sind in dieser interaktiven Karte aufgeführt. Neben den aktuellen Unternehmenssteuern für die Schweiz und international finden Sie dort auch die neuen Einkommenssteuersätze für natürliche Personen bei einem Einkommen von CHF 100’000 und CHF 250’000 sowie die Grenzsteuersätze, aufgeschlüsselt nach Kanton.
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Melanie Loos