Digitalisierung und die Arbeitswelt der Zukunft

Dez 13, 2018

Am Digitaltag vom 25. Oktober 2018 hat PwC eine grosse Umfrage zur Zukunft der Arbeitswelt durchgeführt und darauf aufbauend in einem Brainstorming gemeinsam mit den Besuchern neue Ideen und Visionen für den Arbeitsmarkt von morgen entwickelt. Die Erkenntnisse sind eindeutig: Die Befragten stehen der Digitalisierung positiv gegenüber, und in der Arbeitswelt der Zukunft soll der Mensch im Mittelpunkt stehen.

Die Umfrage unter mehr als 1000 Besuchern des Digitaltags zeigt, dass für die Arbeitnehmer Selbstbestimmung und mehr Raum für Kreativität die wichtigsten Anforderungen an die Arbeitswelt der Zukunft sind. Sie suchen inmitten der Digitalisierung und tiefgreifender Veränderungen eine Arbeitswelt, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, sowie eine Tätigkeit, die Relevanz und gesellschaftliche Bedeutung hat. Die Ansprüche an den Arbeitgeber der Zukunft sind hoch, und er sollte sich ethisch tadellos verhalten.

Die Befragten stehen der Digitalisierung der Arbeitswelt insgesamt positiv gegenüber. Die ganz jungen Befragten bis 25 Jahre äussern sich eher neutral, obwohl sie Digital Natives sind. Sie kennen die Digitalisierung vor allem aus Privatleben und Schule, aber weniger aus dem Arbeitsleben selbst. Klar am positivsten eingestellt sind die etwas erfahreneren Digital Natives im Alter von 26 bis 35 Jahren. Unter den 36- bis 45-Jährigen ist neben mehrheitlich positiven Stimmen eine gewisse Skepsis auszumachen, und die Befragten ab 46 Jahren bekunden teilweise Mühe mit der Anzahl und der Geschwindigkeit neuer Technologien.

Mehr Kreativität dank Technologie

Die positive Wahrnehmung der Digitalisierung steht im Einklang mit dem Wunsch nach Kreativität und Selbstbestimmung. Die Befürworter des Einsatzes neuer Technologien am Arbeitsplatz erhoffen sich nämlich von der Digitalisierung mehr Zeit für kreative Aufgaben. Künstliche Intelligenz und Roboter werden dann als «Arbeitskollegen» akzeptiert, wenn sie diese Erwartungen erfüllen. Daneben sind die im Brainstorming am häufigsten genannten Chancen der Digitalisierung die Vereinfachung der Arbeit, Effizienzsteigerungen, das grosse Innovationspotential und ein erleichterter Zugang zu Informationen. Doch auch die Risiken sind präsent: Datensicherheit, das Fehlen des sozialen Aspekts sowie ein möglicher Jobverlust werden am häufigsten als Kehrseite der Digitalisierung genannt.

Die wichtigsten Eigenschaften, um heute und in Zukunft erfolgreich am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können, sind Offenheit, Neugier, Agilität und die Fähigkeit, in Teams zu arbeiten. Neben technischen «Skills» wie Programmierkenntnissen ist immer mehr auch eine neue Denkweise gefragt. Damit sich die Arbeitskräfte diese neuen Kompetenzen aneignen können, brauchen sie Unterstützung durch das Bildungswesen, die Arbeitgeber und den Staat, z.B. in Form von Weiterbildungsangeboten, fortschrittlicher Infrastruktur und geeigneten Rahmenbedingungen.

Fazit
  • Die Schweiz wünscht sich inmitten der Digitalisierung und tiefgreifender Veränderungen eine Arbeitswelt, in der der Mensch im Mittelpunkt steht.
  • Die Ansprüche an den Arbeitgeber der Zukunft sind hoch: mehr Selbstbestimmung, mehr Raum für Kreativität und ein ethisch und ökologisch tadelloses Verhalten.
  • Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird insgesamt positiv wahrgenommen. Mit steigendem Alter nimmt die Skepsis tendenziell zu, bei den Digital Natives spalten sich die Meinungen.
  • Grosse Hoffnung setzen die Befragten in die Zusammenarbeit mit digitalen «Kollegen»; neue Technologien reduzieren administrative Langeweile und schaffen Raum für sinnvollere Aufgaben.
  • Die Grundvoraussetzung für die Akzeptanz digitaler Helfer ist klar die Datensicherheit.
  • Die Verantwortung für eine «menschliche» digitale Transformation wird beim Bildungswesen und den Arbeitgebern gesehen, die älteren Generationen rufen vermehrt nach dem Staat.

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Holger Greif

Partner and Leader Digital Transformation, PwC Switzerland

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