Digitaltag 2019: Was wissen Sie über Ihre Daten?

Peter Kasahara Managing Partner Digital Intelligence and Customer Centric Transformation, PwC Switzerland 26 Aug 2019

Unser Alltag ist digital. Social Media, E-Commerce, Tablets und Smartphones verändern unser Konsum- und Kommunikationsverhalten fortlaufend. Gleichzeitig geben wir online immer mehr personenbezogene Informationen preis. Über den Umgang mit persönlichen Daten diskutieren wir gemeinsam mit der Schweizer Bevölkerung am Digitaltag 2019.

Anfang dieses Jahres hatten 56 Prozent der Weltbevölkerung Internetzugang. Insbesondere die Online-Aktivität auf mobilen Geräten steigt rasant. Mobile Vernetzung und Kommunikation rund um die Uhr ist eine Selbstverständlichkeit; E-Commerce, Unterhaltung, Information sowie alle denkbaren und auch undenkbaren Dienstleistungen werden jederzeit, überall und online konsumiert. Dazu kommen internetbasierte Überwachungs- und Sicherheitssysteme, neue Mobilitätsformen, das Internet of Things (IoT) und vieles mehr. Das Fitnesstraining wird getrackt und zur Gesundheitsanalyse, der tägliche Einkauf in einem Webshop zum digitalen Persönlichkeitsprofil.

Es stellen sich zwei zentrale Fragen: Wie viele persönliche Daten geben wir in der neuen digitalen Welt preis, und wie viele davon freiwillig? Die grösste Datenspur hinterlassen wir – vollkommen freiwillig – auf den sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Messaging-Diensten wie WhatsApp. Um Dienstleistungen bequem zu nutzen, geben wir beim Online-Einkauf sogar sensitive Finanz- und Persönlichkeitsdaten an. Auch die Suchanfrage im Internet und jedes Telefongespräch liefern Big Data eine Unmenge an Informationen zu unserer Person, wie Standort, Geräteinformationen, Interessen und besuchte Webseiten. Wer ein Google-Konto besitzt und Google Drive nutzt, überlässt zugleich Name, Geburtsdatum, Geschlecht, persönliche Kontakte, hochgeladene Fotos und Videos sowie alle Dokumente auf letzterem. Wie sieht unser digitaler Fussabdruck aus? Wissen wir, was genau mit unseren Daten passiert?

Wie wir uns gegen Datenmissbrauch schützen können

Wo es Daten gibt, wird auch Missbrauch betrieben. Dieser kann in den verschiedensten Formen stattfinden. Diebstahl von Geld, Fälschung von Identitäten, Betriebsspionage, Klau von Passwörtern, persönlichen Daten und Fotos zwecks Erpressung oder auch Fehlinformationen und Fake News zur politischen Beeinflussung gehören dazu.

Für den Schutz persönlicher Daten gelten zwei Grundsätze: Vorsicht und Sparsamkeit bei der Preisgabe von Informationen. Will ich meine Adresse, Telefonnummer und Freizeitbeschäftigung wirklich angeben, um in den Genuss eines Rabatts oder Newsletters zu kommen? Dies gilt besonders für sensitive Informationen wie Gesundheitsdaten oder Angaben zu minderjährigen Personen.

Konkret können folgende einfache Massnahmen getroffen werden:

  • Verschiedene und sichere Passwörter wählen, die nicht von persönlichen Daten wie Adresse oder Geburtsdatum abgeleitet sind und diese regelmässig ändern
  • Browser-Einstellungen zur Speicherung des Suchverhaltens überprüfen
  • Alternative Suchmaschinen wie Startpage oder Ecosia einsetzen
  • Nach der Nutzung von Online-Banking oder sozialen Medien immer abmelden
  • Verschlüsselte Verbindungen (Virtual Private Network, VPN) nutzen

Etwas aufwendiger, aber äusserst empfehlenswert, ist auch die Kontrolle der Einstellungen sämtlicher Applikationen und Suchmaschinen, die benutzt werden.

Rasante Zunahme der Datenmenge

Wir produzieren immer mehr Daten. Letztes Jahr betrug die weltweit gespeicherte Datenmenge 33 Zettabytes, 2020 dürften es 54 und fünf Jahre später rund 175 Zettabytes sein. Was bedeuten diese Zahlen? Ein Terabyte ist das ungefähre Speichervolumen einer gegenwärtigen Festplatte. Ein Zettabyte ist eine Milliarde Mal grösser als ein Terabyte, das Speichervolumen von einer Milliarde Festplatten. Konkret bedeutet die Datenmenge von 54 Zettabytes vom nächsten Jahr, dass weltweit pro Person acht Terabytes an Daten gespeichert sein werden, was der Textmenge von vier Millionen Büchern entspricht. Rund ein Drittel der Daten wird heute in einer Cloud-Umgebung gespeichert. Dieser Anteil nimmt rasch zu, und gemäss dem Cisco Global Cloud Index sollen bis 2021 fast 100 Prozent des globalen Datenverkehrs in Cloudsystemen verarbeitet werden. 

90 Prozent dieser unvorstellbar grossen Datenmenge wurden allein in den letzten zwei Jahren erzeugt. Big Data wird immer schneller immer grösser: Jeden Tag werden 2,5 Trillionen neue Bytes generiert. Jede Minute werden 188 Millionen E-Mails verschickt, 18 Millionen Textnachrichten gesendet, 4,5 Millionen YouTube-Videos geschaut, 700 000 Netflix-Filme «gestreamt», 280 000 Instagram-Posts veröffentlicht, 4,6 Millionen Google-Suchanfragen durchgeführt und 1,4 Millionen Tinder-Portraits «geswiped». Diese Liste kann fast beliebig verlängert werden – und sie zeigt, weshalb die digitale Datenmenge förmlich explodiert.

Warum wir uns engagieren

Als Mitglied des Vereins digitalswitzerland setzen wir uns für eine ausgewogene und nachhaltige Digitalisierung in der Schweiz ein. Mit unseren integrierten Lösungen unterstützen wir Unternehmen und ihre Kunden auf dem Weg vom klassischen zum digitalen Geschäftsmodell. Dabei begleiten wir Sie auf jedem Schritt Ihrer digitalen Reise: von der Analyse über die Strategie bis zur Umsetzung. Am Digitaltag 2019 möchten wir in der Themenwelt «My Data» das allgemeine Bewusstsein für den Umgang mit den eigenen, persönlichen Daten schärfen und das Vertrauen in die digitalisierte Welt stärken.

Besuchen Sie uns am 3. September an unserem Stand im Hauptbahnhof Zürich. Wir geben Ihnen interessante Denkanstösse zum Umgang mit persönlichen Daten und laden Sie zum grössten Brainstorming der Schweiz ein. Teilen Sie Ihre Fragen, Gedanken und Ideen mit unseren Digitalexperten «Dr. Data» und «Dr. Cyber» und sprechen Sie über Themen, die Sie beschäftigen. Die Diskussion über Ihre persönlichen Daten ist wichtig – am besten führen wir sie gemeinsam. Wir freuen uns darauf, Sie in Zürich zu treffen!

Erfahren Sie mehr

 

Kontaktieren Sie uns

Peter Kasahara

Peter Kasahara

Managing Partner Digital Intelligence and Customer Centric Transformation, PwC Switzerland

Tel.: +41 58 792 42 15

Urs Küderli

Urs Küderli

Partner and Leader Cybersecurity and Privacy, PwC Switzerland

Tel.: +41 58 792 42 21